10.12.12

Japan

Atomreaktor steht womöglich auf aktiver Erdspalte

Einem Atomkraftwerk in Japan droht der Abriss. Experten halten die Bewegungen unterhalb des Reaktors in Tsuruga für eine aktive Erdspalte. Das wäre schon der zweite Fall in derselben Präfektur.

Foto: dapd

Auch das Atomkraftwerk in Oi in der Präfektur Fukui steht auf wackeligem Boden. Es war erst im Juli wieder in Betrieb genommen worden
Auch das Atomkraftwerk in Oi in der Präfektur Fukui steht auf wackeligem Boden. Es war erst im Juli wieder in Betrieb genommen worden

In Japan muss möglicherweise ein Reaktor eines Atomkraftwerks demontiert werden, weil dieser auf einem geologisch instabilen Untergrund gebaut wurde.

Die Bewegungen unterhalb des Atomkraftwerks in Tsuruga in der zentralen Präfektur Fukui deuteten nach Expertenmeinung auf eine aktive Erdspalte hin, erklärte der Vorsitzende der neu gegründeten Nuklearen Regulierungsbehörde, Shunichi Tanaka. Sollten sich diese Feststellungen bestätigen, müsse die Behörde den Rückbau des betroffenen Reaktors anordnen.

Es falle der Atomkontrollbehörde unter diesen Umständen schwer, für die Sicherheit des Kraftwerks zu garantieren oder dessen Inbetriebnahme zu erlauben, erklärte Tanaka.

Von den 50 Reaktoren des Landes sind derzeit nur zwei in Betrieb, weil die Regierung nach der Atomkatastrophe von Fukushima eine umfassende Überprüfung sämtlicher Atomkraftwerke angeordnet hatte.

Weiteres AKW gefährdet

Wegen des Versagens der damaligen Kontrollinstanzen für die Nuklearwirtschaft wurde im vergangenen September die Nukleare Regulierungsbehörde aus der Taufe gehoben.

Einige Wissenschaftler vermuten zudem gefährliche Aktivitäten unterhalb des Atomkraftwerks Oi. Die ebenfalls in der Präfektur Fukui gelegene Anlage war erst im Juli teilweise wieder hochgefahren worden. Strittig ist, wie aktiv die Erdspalte unterhalb von Oi ist. Die Atomaufsicht hat weitere Untersuchungen angeordnet.

Fast 19.000 Menschen kamen im März 2011 ums Leben, als ein schweres Erdbeben und ein anschließender Tsunami den Nordwesten der Hauptinsel erschütterten. Die Naturkatastrophe führte zur Kernschmelze in der Atomanlage in Fukushima, der folgenschwersten Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl im Jahr 1986.

Quelle: AFP/sara
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