08.12.12

Pakistan

US-Drohne tötet ranghohen al-Qaida-Führer

Eine US-Drohne hat ein mutmaßliches Extremisten-Versteck im Norden Pakistans mit Raketen beschossen. Laut Geheimdienst wurden mindestens vier Menschen getötet, darunter ein al-Qaida-Führer.

Foto: DPA

Eine Drohne von Typ MQ-1 Predatorder der US Air Force an einem nicht näher bezeichneten Ort (undatiertes Handout der US Air Force). Seit Jahren greifen die USA mutmaßliche Verstecke radikal-islamischer Extremisten in Pakistan mit unbemannten Flugzeugen an
Eine Drohne von Typ MQ-1 Predatorder der US Air Force. Seit Jahren greifen die USA mutmaßliche Verstecke radikal-islamischer Extremisten in Pakistan mit unbemannten Flugzeugen an

Ein führender al-Qaida-Kommandeur ist nach Geheimdienstangaben bei einem US-Drohnenangriff im Norden Pakistans getötet worden. Abu Zaid al-Kuwaiti sei umgekommen, als die Drohne am Donnerstag zwei Raketen auf ein mutmaßlichen Extremisten-Versteck im Stammesgebiet Nord-Waziristan an der Grenze zu Afghanistan abfeuerte.

Neben al-Kuwaiti, der auch als Religionsgelehrter gewirkt haben soll, seien bei dem Angriff mindestens vier weitere Menschen gestorben, sagte ein Geheimdienstvertreter am Samstag weiter.

Nord-Waziristan gilt als Hochburg der radikalislamischen Taliban und des mit ihnen verbündeten Terrornetzes Al Quaida. Pakistan fordert ein Ende der amerikanischen Drohnenangriffe. Die USA ignorieren das.

Karsai macht Pakistan für Attacke gegen Geheimdienstchef verantwortlich

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat unterdessen Pakistan für den jüngsten Anschlag auf den Geheimdienstchef seines Landes in Kabul verantwortlich gemacht.

Chalid war am Donnerstag in Kabul von einem Selbstmordattentäter angegriffen und dabei schwer verletzt worden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen ist sein Zustand stabil.

Die Attacke gegen Asadullah Chalid sei im Nachbarland geplant worden, der mutmaßliche Selbstmordattentäter sei von dort gekommen, sagte Karsai am Samstag in der afghanischen Hauptstadt. Die Planungen für den Anschlag seien in der pakistanischen Stadt Quetta erfolgt.

Taliban bekennen sich zur Tat

"Wir verlangen eine Erklärung von Pakistan." Der Chef des afghanischen Geheimdienstes NDS, Asadullah Chalid, hatte den Anschlag in seiner Residenz am Donnerstag verletzt überlebt. Die Taliban bekannten sich zu der Tat.

Karsai betonte weiter, dass er den Prozess des Friedens und der Aussöhnung mit den aufständischen Taliban trotz wiederholter Anschläge auf Regierungsvertreter fortsetzen wolle.

"Unser Dialog mit Pakistan wird weitergehen. Unser Kontakt mit Pakistan wird aufrechterhalten und unser Friedensprozess wird weitergehen." Pakistan hatte den Anschlag am Donnerstag verurteilt.

Bei einem weiteren US-amerikanischen Luftangriff in Pakistan wurde nach Angaben des Terrornetzwerkes Al Quaida einer seiner Anführer getötet. Khaled Bin Abdel Rahman al-Hussainan sei am Freitag während des Abendessens getötet worden, hieß es in einer auf mehreren islamistischen Internetseiten veröffentlichten Erklärung.

Terrorismus-Experten sagten dem US-Sender NBC, der 46-Jährige habe als einer der möglichen späteren Nachfolger für Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri gegolten.

Quelle: dpa/AFP/oc
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