08.12.12

Kandidatur

Berlusconi will erneut Italiens Ministerpräsident werden

Gerüchte gab es schon lange, nun hat Italiens Ex-Premier offiziell eine neue Kandidatur bestätigt. Er sagt: "Ich trete an, um zu gewinnen."

Foto: AFP

Will zurück an die Spitze der italienischen Politik: Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi
Will zurück an die Spitze der italienischen Politik: Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi

Der frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat am Samstag offiziell seine erneute Kandidatur für das Amt des Ministerpräsidenten bestätigt.

"Ich trete an, um zu gewinnen", sagte Berlusconi vor einigen Journalisten in Milanello in der Nähe von Mailand. Weiter sagte er: "Ich kehre traurig in den öffentlichen Dienst zurück. Und erneut tue ich es aus einem Gefühl der Verantwortung heraus."

Spekulationen über eine Rückkehr Berlusconis auf die politische Bühne waren zuletzt hochgekocht, nachdem er dies wiederholt angedeutet hatte.

Er hatte vergangenes Jahr den Posten als Regierungschef für den parteilosen Mario Monti und dessen Technokraten-Kabinett geräumt, als sich die Schuldenkrise in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone zuspitzte.

Berlusconis Partei setzt Montis Kabinett unter Druck

Am Donnerstag hatte Berlusconis Partei "Volk der Freiheit" (PDL) Montis Kabinett erheblich unter Druck gesetzt. Sie entzog der Regierung faktisch die Unterstützung, indem ihre Fraktionen im Senat und Abgeordnetenhaus bei zwei getrennten Vertrauensabstimmungen über die Wirtschaftspolitik jeweils den Saal verließen.

Monti gewann die Abstimmungen zwar anschließend. Seine Regierung steht seitdem aber dennoch auf wackeligen Beinen. Die PDL erklärte am Freitag, sie werde in den kommenden Tagen darüber entscheiden, ob sie die Technokraten-Regierung noch vor den nächsten Wahlen, die Anfang März erwartet werden, zu Fall bringe.

Monti rutschte derweil in Umfragen auf ein Umfragetief ab. Die Industrieländer-Organisation OECD warnte vor den Folgen wachsender Sorgen an den Finanzmärkten um die politische Stabilität Italiens. Ihr Chefvolkswirt Pier Carlo Padoan forderte von den Parteien des Landes ein klares Bekenntnis zum Reformkurs.

Quelle: afp/rtr/bee
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