07.12.12

Erster Todestag

Kim Jong-il bekommt die Yacht ins Mausoleum

Für den toten nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-il ist der Herrscherfamilie nichts zu teuer. Ihm zu Ehren lassen sie seine Yacht ins Mausoleum bringen – sogar eine Bahnlinie wurde dafür verlegt.

Foto: dapd

In Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang steht das Mausoleum zu Ehren von Kim Il-sung und Kim Jong-il
In Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang steht das Mausoleum zu Ehren von Kim Il-sung und Kim Jong-il

Der vor einem Jahr verstorbene frühere nordkoreanische Machthaber Kim Jong-il muss auch im Jenseits nicht auf seine Yacht verzichten.

Das Land ließ das Schiff unter großem Aufwand in das Mausoleum der Herrscherfamilie bringen, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Demnach musste dafür unter anderem eigens eine Eisenbahnlinie verlegt werden. Anlass sind Vorbereitungen für die Feiern zum ersten Todestag des "Geliebten Führers". Er war am 17. Dezember 2011 gestorben. Seitdem steht sein Sohn Kim Jong-un an der Spitze des kommunistischen Staates.

Die Yacht musste auf dem Seeweg zunächst fast 2800 Kilometer zurücklegen, bis sie am Hafen von Nampo an Land gebracht wurde.

Von dort sei sie in die 44 Kilometer entfernte Hauptstadt Pjöngjang gebracht worden. Für den Transport mussten den Angaben zufolge Stromleitungen entfernt, eine Bahnlinie verlegt und Teile der Mausoleumsmauer eingerissen werden.

32 Millionen Euro für den Personenkult

In dem Mausoleum liegt bereits der einbalsamierte Staatsgründer Kim Il-sung; auch die Einbalsamierung der Leiche von dessen Sohn Kim Jong-il sei nun fast abgeschlossen, berichtete Yonhap unter Berufung auf südkoreanische Regierungsvertreter.

Grundsätzlich scheut die nordkoreanische Regierung keine Kosten und Mühe, um den "Geliebten Führer" zu verehren. Im laufenden Jahr soll sie umgerechnet rund 32 Millionen Euro für den Personenkult um ihre Herrscherfamilie ausgegeben.

In 400 Werkstätten habe die Führung des bitterarmen Landes für etwa 25 Millionen Euro Porträts der früheren Staatschefs Kim Il-sung und Kim Jong-il anfertigen lassen, teilte das südkoreanische Ministerium für Wiedervereinigung mit. Weitere sieben Millionen Euro seien in die Herstellung von Statuen geflossen.

Bilder der früheren Machthaber in jedem Haus

Die Kim-Dynastie herrscht seit den 1940er-Jahren über das kommunistische Nordkorea. Auf den stalinistischen Gründervater Kim Il-sung folgte dessen Sohn Kim Jong-il. Nach dessen Tod übernahm Kim Jong-un im vergangenen Jahr die Macht.

In jedem Haus in Nordkorea muss ein Bild der zwei verstorbenen Machthaber hängen, im April wurden in der Hauptstadt Pjöngjang zudem zwei neue gigantische Statuen der verstorbenen Herrscher enthüllt. In Nordkorea leiden nach UN-Angaben rund 16 Millionen Menschen an Unterernährung.

Quelle: AFP/sogi
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