04.12.12

China

134 Nobelpreisträger fordern Freiheit für Liu Xiaobo

Die Preisträger erbitten in einem Schreiben die Freilassung des Schriftstellers und Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo. Sie setzen dabei Hoffnung in den neuen Chef der Kommunistischen Partei.

Foto: dpa

Liu Xiaobo wurde im Jahr 2010 mit dem Friedensnobelpreis geehrt
Liu Xiaobo wurde im Jahr 2010 mit dem Friedensnobelpreis geehrt

Mit einem gemeinsamen Brief an Chinas neue Führung haben mehr als hundert Nobelpreisträger die Freilassung des Schriftstellers und Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo gefordert.

In ihrem am Dienstag veröffentlichten Schreiben an den neuen Chef von Chinas Kommunistischer Partei, Xi Jinping, äußerten die 134 Unterzeichner die Hoffnung, dass die neue Führung in Peking "konkrete Entscheidungen zur Achtung der Grundrechte aller chinesischer Bürger" ergreife. "Eine erste wesentliche Etappe ist die sofortige und bedingungslose Freilassung von Liu Xiaobo und seiner Frau Liu Xia."

Südafrikanische Bischof Desmond Tutu startete Initiative

Zu den Unterzeichnern gehören Nobelpreisträger in sechs Disziplinen, darunter der Literaturnobelpreisträger von 2010, Mario Vargas-Llosa, und der Friedensnobelpreisträger von 1996, José Ramos-Horta. An der Spitze der Initiative für Lius Freilassung steht der südafrikanische Bischof Desmond Tutu, der 1984 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden war. Der diesjährige Friedensnobelpreis wird am kommenden Montag der Europäische Union verliehen.

Der heute 56-jährige Liu war an Weihnachten 2009 wegen Untergrabung der Staatsgewalt zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Seine Haft wird äußerst strikt gehandhabt, es gibt kaum Informationen über sein Schicksal. 2010 wurde der Mitverfasser der Charta 08, die tiefgreifende politische Reformen in China fordert, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, konnte ihn aber nicht selbst entgegennehmen.

Peking reagierte auf die Auszeichnung erbost. Xi ist seit Mitte November neuer Chef der KP. Es gilt als sicher, dass er im März Hu Jintao als Staatschef ablöst.

Quelle: afp/sogi
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