04.12.12

Frankreich

Rachida Dati zwingt Millionär zu Vaterschaftstest

Jahrelang wurde in Frankreich gerätselt, von wem die frühere Ministerin Dati ihr Kind hat. Nun könnten die Spekulationen bald vorbei sein. Die Politikerin zwingt einen Multimillionär zum Gentest.

Foto: AFP/Getty Images

Die französische Politikerin Rachida Dati:

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Viele reiche Freunde, ein Hang zu Luxus und ein scheinbar unerschütterliches Selbstvertrauen: Rachida Dati gehört seit Jahren zu den schillerndsten Politikerinnen Frankreichs. Nun sorgt die 47-Jährige Europaabgeordnete auch noch mit einer spektakulären Klage für Wirbel. Sie will den bekannten Multi-Millionär Dominique Desseigne gerichtlich zwingen, die Vaterschaft ihrer dreijährigen Tochter Zohra anzuerkennen. Der Chef der Luxushotel- und Spielkasino-Kette Lucien Barrière weigert sich bislang.

Ob das noch lange Bestand haben wird, ist allerdings fraglich. Ein Zivilgericht in Versailles verpflichtete Desseigne am Dienstag zu einem Gentest. Die Untersuchung soll für ein und alle mal Klarheit bringen, von wem die frühere Justizministerin ihr Kind hat. Der 68 Jahre alte Desseigne ließ am frühen Abend über seine Anwälte mitteilen, er werde über das weitere Verfahren nachdenken. Dass er mit Dati eine Affäre hatte, hat er eingestanden.

Um die Vaterschaft der kleinen Zohra gibt es seit Jahren die wildesten Gerüchte. Ein Bruder von wurde zeitweise als möglicher Erzeuger genannt. Der spanische Ex-Ministerpräsident José María Aznar oder der frühere französische Sport-Staatssekretär und Rubgy-Nationaltrainer Bernard Laporte ließen entsprechende Spekulationen sogar offiziell dementieren.

Dati selbst schweigt bis heute. Die ehrgeizige Politikerin war während der Schwangerschaft Justizministerin unter Sarkozy. Im Kabinett galt die äußert ehrgeizige Tochter einfacher nordafrikanischer Einwanderer als ein Aushängeschild für Sarkozys "Politik der Öffnung", die Randgruppen mit einbinden sollte.

Nach Geburt auf High-Heels aus der Klinik

Zum Teil mit Bewunderung, zum Teil aber auch mit Kopfschütteln wurde beobachtet, wie sie nur wenige Tage nach der Geburt ihrer Tochter auf Stiletto-Absätzen aus dem Krankenhaus marschierte, um kurz darauf wieder am Kabinettstisch zu sitzen.

Nur zähneknirschend akzeptierte sie, dass Sarkozy sie wenig später in die Europapolitik schickte. Als EU-Abgeordnete machte sie bislang weniger Schlagzeilen. Nur als sie in einem Interview Inflation mit Fellatio, einer Form von oralem Geschlechtsverkehr, verwechselte, war ihr wieder einmal große Aufmerksamkeit gewiss.

Wenn Dominique Desseigne die Vaterschaft der kleinen Zohra anerkennen muss, dürfte diese für immer ausgesorgt haben. Der Name des Unternehmers findet sich auf der Liste der reichsten Menschen Frankreichs.

Zu der von ihm gemanagten Gruppe Lucien Barrière gehören unter anderem 37 Kasinos, 15 Luxushotels und Restaurants wie das berühmte Fouquet"s in Paris. Dort feierte im Jahr 2007 Nicolas Sarkozy mit milliardenschweren Unternehmern und Promis seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl.

Quelle: dpa/sara
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