03.12.12

Griechen-Krise

Familie Papandreou soll halbe Milliarde verstecken

Die 89-jährige Mutter von Griechenlands Ex-Ministerpräsident Giorgos Papandreou soll 550 Millionen Dollar auf ein Schweizer Konto geschafft haben. Der Vorwurf kommt aus der Spitze der Steuerpolizei.

Foto: picture alliance / dpa pa

Die Familie von Griechenlands Ex-Ministerpräsident Giorgos Papandreou gerät in der Affäre um die Lagarde-Liste unter Druck (Archivbild von 2010)
Die Familie von Griechenlands Ex-Ministerpräsident Giorgos Papandreou gerät in der Affäre um die Lagarde-Liste unter Druck (Archivbild von 2010)

Schwerer Vorwurf gegen die Familie Papandreou: Die 89-jährige Mutter von Griechenlands Ex-Ministerpräsident Giorgos Papandreou, Margaret Papandreou soll 550 Millionen Dollar auf einem Schweizer Konto gebunkert haben. Dies berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf die griechischen Wochenzeitungen "To Vima" und "Proto Thema".

Der Verdacht soll in einem Bericht der griechischen Steuerpolizei ausgeführt sein, der Politikern zugestellt wurde. Die griechischen Zeitungen berichteten dies unter Berufung auf Nikos Lekkas, den Vizechef der griechischen Steuerpolizei.

Die Details des Vorgangs sind bisher unklar: Die Kontoinhaberin heißt demnach "Maria Panteli". In welcher Verbindung sie zu Margaret Papandreou steht – in Griechenland wird spekuliert, es könnte sich um einen Decknamen handeln –, ist bislang nicht geklärt.

Die Familie Papandreou wies die Vorwürfe unterdessen scharf zurück.

Das Wirrwarr um die Lagarde-Liste

Margaret Papandreou ist damit eine der prominentesten Personen, die mit der sogenannten Lagarde-Liste in Verbindung gebracht werden. Im Jahr 2010 hatte Christine Lagarde, damals Finanzministerin Frankreichs, ihrem griechischen Kollegen Giorgos Papakonstantinou eine Liste mit den Namen von rund 2000 griechischen Steuerhinterziehern und Kapitalflüchtlingen übergeben, die Bankkonten bei der Schweizer Niederlassung der britischen Bank HSBC führten.

Griechenlands Regierung ging den Hinweisen aber nicht nach. Kritiker der Regierung mutmaßen, dass zahlreiche Mitglieder der politischen Klasse Griechenlands auf dieser Liste aufgeführt sind und so Steuerhinterzieher geschützt werden sollten, bzw. sich selbst schützten.

Die Liste verschwand dann noch im Jahr 2010, tauchte aber dieses Jahr wieder in Form eines elektronischen Dokuments auf einem USB-Stick auf. Papakonstantinous Nachfolger als Finanzminister, Evangelos Venizelos, überreichte diesen an Griechenlands Premier Antonis Samaras.

Dabei soll es sich aber um eine Kopie der Originalliste handeln. Die Steuerfahndungsbehörde SDOE kam außerdem zu dem Schluss, dass die Kopie manipuliert war, das heißt unvollständig ist, zumindest aber verändert wurde.

Steuerflucht ist in Griechenland ein gewaltiges Problem. Fahnder Nikos Lekkas hatte der Berliner Morgenpost im Juni 2012 gesagt, dass er das Ausmaß auf "zwölf bis 15 Prozent des Bruttosozialprodukts" seines Landes schätze. Dies seien 40 bis 50 Milliarden Euro pro Jahr.

Quelle: DW
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Vermisst Sharlyn Weigmann
21:14Suche nach Mädchen
Sharlyn aus Hellersdorf vermisst – Großeinsatz der Polizei

Sharlyn wurde Montagvormittag zuletzt auf einem Spielplatz in Hellersdorf gesehen. Seither fehlt von dem Mädchen jede Spur. Die Polizei sucht mit Hunden und Hubschrauber. mehr...

Astronomie
19:00Terminvorschau
Das bringt der Tag in Berlin am Dienstag

Berlin hat jeden Tag Neues zu bieten. Politische Termine, Demonstrationen, Prozesse, Theater, Konzerte. Hier finden Sie eine Auswahl der Berliner Morgenpost für Dienstag, den 21. Mai. mehr...


Die kilometerlangen Rohrleitungen gehören zur Brandschutzanlage des BER-Terminals. Erst wenn sie stabil funktioniert, darf der neue Flughafen eröffnet werden
21:15Sprinkleranlage
Am BER tut sich was – Erstes Umbauprojekt seit Mehdorns Antritt

Wann der BER eröffnet, ist noch immer völlig unklar. Nun soll zumindest ein großes Manko beseitigt werden: Die Sprinkleranlage wird umgebaut, statt einer zentralen soll es drei separate Anlagen geben. mehr...


Kupferklau an Bahnschienen: Die Polizei kontrolliert einen Abschnitt in Marzahn
15:55Kriminalität
Metalldiebstahl – Kampf gegen die Wilderer der Großstadt

Erdungskabel, Grabplaketten: Vor Metalldieben ist nichts sicher. Die Deutsche Bahn registrierte 2012 Schäden von 17 Millionen Euro. Die Polizei fahndet mit modernster Technik. Wir haben sie begleitet. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Umzug Karneval der Kulturen 2013 - Berlin ist bunt
Unwetter Starke Tornados verwüsten vier US-Bundesstaaten
Der Futiklub Absolutely Ferguson
Zeit für Neues Beckham beendet seine aktive Fußballkarriere
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Zweite Liga

Die Aufstiegsfeier von Hertha

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote