03.12.12

Klimakonferenz

Dänemark ist Weltmeister beim Klimaschutz

Deutschland rutscht im neuen Klimaschutz-Index um zwei Plätze auf Rang acht ab. Portugal liegt zwei Plätze weiter vorne. Der Grund dafür: Die Wirtschaftskrise ließ die Emissionen zurückgehen.

Foto: Infografik Die Welt

Die Karte zeigt die Bewertungen der Staaten für ihre Bemühungen zum Klimaschutz
Die Karte zeigt die Bewertungen der Staaten für ihre Bemühungen zum Klimaschutz

Europa schneidet beim Klimaschutz weltweit am besten ab. Gründe dafür sind die Wirtschaftskrise und eine vergleichsweise gute Klimapolitik. Das geht aus dem neuesten Klimaschutz-Index hervor, den die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch am Montag am Rande der UN-Klimakonferenz in Doha vorstellte.

Spitzennoten verteilte Germanwatch in diesem Jahr aber nicht. Die Plätze eins bis drei blieben wieder frei, da keines der 58 untersuchten Industrie- und Schwellenländer nach Ansicht der Autoren genug tut, um den Klimawandel zu bremsen.

Bestplatziertes Land ist Dänemark. Deutschland fiel in der Bewertung um zwei Plätze auf Rang acht.

Lobenswerte Klimagesetzgebung

"Solange die EU blockiert ist und sich nicht darauf einigen kann, die Emissionen bis 2020 um 30 Prozent zu reduzieren, werden sich die Länder der EU nicht mehr lange auf den vorderen Plätzen halten können", warnte Wendel Trio vom Climate Action Network Europe.

Die Experten lobten in Dänemark den Trend zu immer weniger Kohlendioxid-Emissionen sowie die Klimagesetzgebung. Schweden folgt auf Rang fünf. "Für eine Überraschung sorgte in diesem Jahr der sechste Platz von Portugal", heißt es im Bericht.

Wirtschaftskrise tut dem Klima gut

Bedingt durch die schwere Wirtschaftskrise seien dort – wie auch in Spanien, Italien, Irland und Griechenland – die Emissionen deutlich zurückgegangen. Anders als die übrigen Euro-Krisenländer habe Portugal aber seine positive Klimapolitik fortgeführt. Die Wirtschaftskrise sei nur ein "kurzfristiger Faktor", auf dem sich kein Land ausruhen dürfe.

"Deutschland hat etwas an Boden verloren", stellen die Autoren fest. Zwar könne die deutsche Energiewende ein Modell für andere Länder sein, die versuchen, von fossilen Energieträgern loszukommen. Gleichzeitig aber befürchten die Experten, dass die Energiewende und der Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland ins Stocken geraten könnten.

Berlin müsse entschlossener handeln, hieß es. Insgesamt aber seien die Investitionen in erneuerbare Energien vielversprechend – und das nicht nur in Deutschland.

China und die USA bemühen sich

Auch China (54) und die USA (43) hätten in den vergangenen Jahren massiv investiert. Das werteten die Autoren im Falle Chinas als einen "Lichtblick", da sich das Emissionsniveau dort immer weiter verschlechterte. Die USA hätten – ausgehend von einem sehr hohen Emissionsniveau – ihren Kohlendioxid-Ausstoß deutlich senken können. Grund dafür seien aber vor allem wirtschaftliche Einbrüche gewesen.

Kanada schnitt beim Klimaschutz als schlechtester der Industriestaaten ab.

Schlusslichter sind Iran, Kasachstan und Saudi-Arabien

Schlusslichter sind erneut Saudi-Arabien, Iran und Kasachstan. Sie sind abhängig von ihren Öl- und Gasexporten. "Einen Funken Hoffnung verbreitet Saudi-Arabiens Ankündigung, eine Investitionsstrategie in erneuerbare Energien vorzulegen", heißt es in der Studie. Katar wurde nicht bewertet. Bei den Emissionen aber schneide der Gastgeber der Klimakonferenz noch schlechter als Saudi-Arabien ab.

Für den Klimaindex bewerten die Experten die Höhe der Emissionen, den Emissionstrend, den Anteil erneuerbarer Energien und die Klimapolitik. Germanwatch hatte zusammen mit dem Climate Action Network (CAN Europe) 58 Länder untersucht, die für 90 Prozent der weltweiten, energiebedingten Kohlendioxidemissionen verantwortlich sind. Sie berücksichtigten Daten bis zum Jahr 2010. Im Bereich Politik wurden dagegen auch jüngste Entwicklungen einbezogen.

Quelle: dpa/ph
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