03.12.2012, 10:34

Langstreckenrakete Russland fordert Absage von nordkoreanischem Raketentest


Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un: Russland und Japan haben den angekündigten Abschuss einer Langstreckenrakete scharf kritisiert

Foto: Kcna / dpa

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un: Russland und Japan haben den angekündigten Abschuss einer Langstreckenrakete scharf kritisiert Foto: Kcna / dpa

Zum Todestag des Diktators Kim Jong-il will Nordkorea eine Langstreckenrakete testen. Japan bringt Abfangraketen in Stellung.

Russland hat Nordkorea aufgefordert, den Test einer Langstreckenrakete abzusagen. Die Regierung in Pjöngjang müsse ihre Entscheidung für diesen Test dringend "überdenken", hieß es am Montag in einer Erklärung des russischen Außenministeriums.

Das Land müsse sich an die Vorgaben des UN-Sicherheitsrats halten, forderte Moskau mit Verweis auf die Resolution 1874. Diese war als Folge des nordkoreanischen Atomwaffentests im Jahr 2009 verabschiedet worden und verbietet dem Land solche Tests.

Nordkorea hatte am Samstag angekündigt, noch vor Jahresende eine Langstreckenrakete testen zu wollen. Es handele sich um eine Trägerrakete für Satelliten. Sie solle zwischen dem 10. und 22. Dezember starten. Die USA, Japan und Südkorea verurteilten das Vorhaben bereits scharf. Sie vermuten hinter dem Start einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bezeichnete die Ankündigung des Raketentests als "besorgniserregenden Rückschritt".

Japan will Rakete "wenn nötig" zerstören

Die japanische Regierung hat als Gegenmaßnahme die Stationierung von PAC-3 Abfangraketen auf der Insel Okinawa angekündigt. Die Lenkflugkörper sollen in wenigen Tagen auf der 1600 Kilometer südlich von Tokio liegenden Insel eintreffen, berichtete der Fernsehsender NHK. Wenn notwendig, werde Japan die nordkoreanische Rakete zerstören, sagte Verteidigungsminister Satoshi Morimoto.

Der Raketenstart könnte mit den Gedenkfeiern zum ersten Todestag des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-il am 17. Dezember zusammenfallen. Es wäre der zweite größere Raketenstart des Landes seit der Machtübernahme durch Kims noch nicht 30-jährigen Sohn Kim Jong-un. Der Start einer Rakete des Typs Unha-3 im April war fehlgeschlagen. Die Rakete war kurz nach dem Start explodiert.

(afp/dpa/bee)
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