01.12.2012, 12:54

Nach Abschuss-Panne Nordkorea will erneut eine Weltraumrakete ins All schießen

Foto: David Guttenfelder / dapd

Neue Provokation von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un: Noch vor Weihnachten will er laut Staatsmedien eine Rakete ins All schicken.

Nordkorea hat den Start einer neuen Weltraumrakete in diesem Monat angekündigt. Man wolle einen "weiteren einsatzfähigen Satelliten" ins All schießen, berichteten die Staatsmedien des kommunistischen Landes am Samstag.

Der Start soll zwischen dem 10. und 22. Dezember erfolgen. Beim letzten Start einer Trägerrakete in Nordkorea im April hatten die USA und Südkorea den Verdacht, es handele sich um den verdeckten Test einer Atomrakete. Die Unha-3-Rakete war kurz nach dem Abheben explodiert.

Techniker hätten "die Fehler analysiert, die während des vorigen Raketenstarts im April gemacht wurden", wurde das nordkoreanische Komitee für Raumfahrt-Technologie zitiert. Die neue Rakete solle eine zweite Version des Beobachtungssatelliten Kwangmyongsong-3 auf eine Erdumlaufbahn bringen. Auch beim Start der Rakete vom Typ Unha-3 im April hatte Nordkorea von einem Satellitenstart gesprochen.

Ein neuer Raketenstart in Nordkorea wäre aus Sicht Südkoreas und der USA eine Provokation. Der Weltsicherheitsrat hatte den Raketenstart am 13. April in dem weithin abgeschotteten Land aufs Schärfste verurteilt. Nach einem zweiten Atomtest in Nordkorea im Mai 2009 hatte der UN-Sicherheitsrat das Land dazu aufgerufen, keine Nuklearversuche und Tests von ballistischen Raketen mehr zu unternehmen. Der Leiter des Sanktionskomitees für Nordkorea, Portugals UN-Botschafter José Filipe Moraes Cabral, riet der Führung in Pjöngjang dringend von dem erneuten Raketenstart ab.

Der Start dürfte die Spannungen mit Südkorea vor der Präsidentenwahl dort am 19. Dezember verschärfen.

(dpa/dapd/afp/bee)
Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter