28.11.2012, 15:47

Spanien Atomkraftwerk verliert mehr als 200 radioaktive Abfallstoffe

Foto: Nigel Treblin / dapd

Die Anlage Ascó im Nordosten Spaniens hat keine Ahnung wo 233 Strahlenquellen abgeblieben sind. Inzwischen läuft eine Untersuchung.

Ein spanisches Atomkraftwerk hat mehr als 200 radioaktive Gegenstände "verloren". Die Madrider Aufsichtsbehörde CSN (Rat für Nukleare Sicherheit) leitete ein Sanktionsverfahren gegen die Betreiber der Anlage Ascó bei Tarragona im Nordosten Spaniens ein. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Efe am Mittwoch berichtete, hatten die Verantwortlichen des Kraftwerks keine Auskunft darüber geben können, wo 233 Strahlenquellen gelagert seien, die unter den radioaktiven Abfallstoffen verzeichnet seien.

Es werde vermutet, dass die – in Sicherheitsbehältern verschlossenen – Gegenstände sich irgendwo im Abfall-Lager des Kraftwerks oder im Zwischenlager El Cabril bei Córdoba in Südspanien befinden. Dies lasse sich anhand der vorliegenden Dokumente aber nicht belegen. Um welche Art von Gegenstände es sich handelte, war nicht bekannt.

Über eine mögliche Sanktion für die Kraftwerksbetreiber entscheidet der spanische Industrieminister. Vor dreieinhalb Jahren war gegen Ascó eine Rekordstrafe in Höhe von 15,4 Millionen Euro verhängt worden. Die Verantwortlichen hatten monatelang geheim gehalten, dass 2007 aus dem Kraftwerk radioaktiv verseuchter Wasserdampf ins Freie gelangt war. Die Geldbuße war die höchste, die jemals in Spanien gegen die Betreiber eines Atomkraftwerks verhängt wurde.

(dpa/alu)
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