23.11.12

Russland

Isolationshaft für Musikerin von Pussy Riot

Maria Alechina, inhaftiertes Mitglied der russischen Punkband Pussy Riot, wird an einen "sicheren Ort" verlegt – angeblich wegen "schlechter Beziehungen" zu Mitgefangenen.

Foto: dpa

Aufnahme vom Juli 2012: Nadeschda Tolokonnikowa, Maria Alechina und Jekaterina Samuzewitsch (v.l.n.r.) im Gerichtssaal in Moskau
Aufnahme vom Juli 2012: Nadeschda Tolokonnikowa, Maria Alechina und Jekaterina Samuzewitsch (v.l.n.r.) im Gerichtssaal in Moskau

Eine der beiden inhaftierten Frauen der russischen Punkband Pussy Riot ist nach Angaben der Vollzugsbehörden von ihrem Straflager an einen "sicheren Ort" gebracht worden.

Die Verlegung der 24-jährigen Maria Alechina sei bereits am Mittwochabend erfolgt, sagte ein Verantwortlicher der Lagerverwaltung der 1400 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Region Perm. Grund für die Maßnahme seien die "schlechten Beziehungen" zu den anderen Gefangenen.

Russischen Nachrichtenagenturen zufolge befindet sich Alechina mittlerweile in einer Isolationszelle. Die Vollzugsbehörden wollten das nicht bestätigen. Das zweite inhaftierte Mitglied der Frauen-Punkband, Nadeschda Tolokonnikowa (23), befindet sich in einem Lager in Mordowien, 500 Kilometer östlich von Moskau.

Alechina, Tolokonnikowa und das Band-Mitglied Jekaterina Samuzewitsch (30) waren im August wegen einer regierungskritischen Aktion in einer Kirche gegen den heutigen Staatschef Wladimir Putin zu jeweils zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden.

Samuzewitschs Strafe war Anfang Oktober in einem Berufungsverfahren in eine Bewährungsstrafe umgewandelt worden, sie kam daraufhin frei. Die Haftstrafe der beiden anderen Frauen wurde dagegen aufrecht erhalten.

Streit um Pussy-Riot-Buch

Ein angeblich von Pussy Riot geschriebenes Buch ist derweil ohne Zustimmung der inhaftierten Musikerinnen veröffentlicht worden. "Wir geben zu, dass wir einen unverzeihlichen Fehler begangen haben und nicht die Genehmigung der Autoren für die Veröffentlichung dieses Buches haben", teilte der russische Verlag Algoritm mit.

Der Ehemann der von Nadeschda Tolokonnikowa, Pjotr Wersilow, schloss eine Klage nicht aus.

Es habe immer wieder Kontakt mit den Anwälten der Skandalband gegeben, hieß es in der Algoritm-Mitteilung. "Sie versicherten uns, dass sie alle Rechte halten."

Die 4000 Exemplare des 192 Seiten dicken und rund vier Euro teuren Buches "Pussy Riot. Schto eto bilo?" (Was war das?) seien bereits einem anderen Verlag geliefert worden.

Quelle: dpa/al
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