22.11.12

Gazastreifen

Der Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas hält

Am Donnerstag bleibt die Lage im Gazastreifen zunächst ruhig. Im Westjordanland nimmt Israel 55 militante Palästinenser fest.

Foto: AFP

Ein orthodoxer Jude auf einem Panzer der israelischen Armee an der Grenze zum Gazastreifen: Am Donnerstag hält die Waffenruhe zwischen Hamas und Israel zunächst an
Ein orthodoxer Jude auf einem Panzer der israelischen Armee an der Grenze zum Gazastreifen: Am Donnerstag hält die Waffenruhe zwischen Hamas und Israel zunächst an

Der Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen scheint auch zwölf Stunden nach Inkrafttreten weitgehend zu halten. In der Nacht auf Donnerstag wurden keine neuen Angriffe gemeldet, auch am Morgen blieb die Lage zunächst ruhig.

Nach Angaben der israelischen Polizei hatten radikale Palästinenser noch kurz nach Beginn des Waffenstillstands am Mittwoch um 21 Uhr vereinzelt Raketen auf Israel abgefeuert. Verletzt wurde niemand. Israel kündigte an, der Waffenruhe eine Chance zu geben, drohte aber für den Fall einer Missachtung mit einer erneuten Militäraktion.

Das Abkommen war nach gut einer Woche heftiger Kämpfe auf internationalem Druck hin zustande gekommen. Der UN-Sicherheitsrat ermahnte Israel und die radikal-islamische Hamas zur Einhaltung der Waffenruhe.

Israel nimmt 55 militante Palästinenser fest

Nach eigenen Angaben hat die israelische Armee im Westjordanland 55 militante Palästinenser wegen mutmaßlicher "Terroraktivitäten" festgenommen. Die Festnahmen entsprächen dem "Versuch, in der Region wieder Ruhe herzustellen", erklärte die Armee am Donnerstag. Demnach gehörten die Festgenommenen, unter ihnen einige Anführer, zu verschiedenen "Terrorgruppen". Den militanten Palästinensern würden "terroristische und gewalttätige Aktivitäten" vorgeworfen.

Im Westjordanland hatte es in den vergangenen Tagen Solidaritätskundgebungen für die Palästinenser im Gazastreifen gegeben, die teils in Gewalt umschlugen. Dabei waren zwei Menschen getötet und fast 70 verletzt worden.

Palästinenserin greift Grenzpolizistin an

Eine Palästinenserin hat am Donnerstag einen israelischen Grenzpolizisten in Jerusalem mit einem Messer angegriffen und leicht verletzt. Der Vorfall habe sich am Herodestor in der Altstadt ereignet, sagte Polizeisprecher Mickey Rosenfeld.

Die 35-Jährige aus dem arabischen Ostteil Jerusalems sei festgenommen worden und werde befragt. Rosenfeld sprach von einem "Terroranschlag". Der Polizist sei in ein Krankenhaus gebracht worden.

Erdogan spricht von "Angriff auf die Menschlichkeit"

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat Israel in der Gaza-Krise einen "Angriff auf die Menschlichkeit" vorgeworfen. Zugleich lobte Erdogan bei einem Pakistan-Besuch am Donnerstag die Rolle Ägyptens bei der Vermittlung der Waffenruhe zwischen Israel und den militanten Palästinensern im Gazastreifen. "Wir wollen, dass diese Waffenruhe andauert", sagte Erdogan vor Reportern am Rande eines Gipfeltreffens in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad.

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hatte seine Teilnahme an dem Gipfel der D8-Gruppe am Donnerstag wegen des Nahost-Konflikts abgesagt. Sein Büro hatte das nach Angaben des staatlichen ägyptischen Fernsehens damit begründet, dass Mursi sich von Kairo aus für die Einhaltung der seit Mittwoch geltenden Waffenruhe einsetzen wolle. Auch eine für Freitag geplante Ansprache Mursis vor dem Parlament in Islamabad wurde abgesagt.

Quelle: dpa/dapd/rtr/afp/bee
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