18.11.12

Nahost

Israel zu massiver Ausweitung der Gaza-Offensive bereit

Die israelische Luftwaffe hat erneut Ziele im Gazastreifen bombardiert. Ministerpräsident Netanjahu drohte mit einer Ausweitung der Aktionen.

Foto: dapd

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu droht erneut mit der Ausweitung der Offensive
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu droht erneut mit der Ausweitung der Offensive

Israel ist nach den Worten seines Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf eine massive Ausweitung seiner Offensive gegen den Gazastreifen vorbereitet. Die radikal-islamische Hamas und andere extremistische Organisationen müssten einen hohen Preis für die Raketenangriffe auf Israel bezahlen, sagte Netanjahu am Sonntag im Kabinett. "Die Soldaten sind zu jeder möglichen Aktion bereit", fügte er hinzu und schürte damit erneut Befürchtungen vor einer israelischen Bodenoffensive.

Die israelische Polizei teilte mit, über Tel Aviv seien zwei aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen abgefangen worden. Zuvor hatten in der Stadt erneut Sirenen vor einem Luftangriff gewarnt. Der bewaffnete Arm der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas gab an, eine Rakete vom Typ Fadschr 5 aus iranischer Produktion auf Tel Aviv abgefeuert zu haben. Die Geschosse haben eine Reichweite von rund 75 Kilometern.

Der seit Mittwoch andauernde israelische Beschuss von Zielen im Gazastreifen wurde auch am Sonntag fortgesetzt. Nach Angaben der israelischen Armee wurden in der Nacht keine Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert. Am Morgen setzte der Beschuss demnach jedoch wieder ein. Laut einer Armeesprecherin schlugen im Süden Israels zwei Raketen ein. In der Stadt Aschkelon wurden nach Angaben israelischer Rettungskräfte zwei Menschen durch einen Raketeneinschlag leicht verletzt.

Kommunikationseinrichtungen der Hamas bombardiert

Israel beschoss zudem die von ausländischen und Medien der Hamas genutzt werden. Offenbar gelang es den israelischen Streitkräften zudem, Radiofrequenzen von Sendern der Hamas und der militanten Gruppierung Islamischer Dschihad zu übernehmen. Dort war in arabischer Sprache alle fünf Minuten zu hören, dass die Streitkräfte eine zweite Stufe ihrer Operationen vorbereiteten.

Seit Mittwoch feuerten radikale Palästinenser israelischen Angaben zufolge mehr als 600 Raketen auf israelisches Gebiet ab, von denen über 240 abgefangen worden seien. Ihrerseits beschoss die israelische Luftwaffe demnach über 950 Ziele im Gazastreifen.

Nach palästinensischen Angaben wurden im Gazastreifen am Sonntag mindestens drei Kinder, darunter ein 18 Monate altes Kleinkind, und ein Erwachsener getötet sowie mehrere weitere Menschen verletzt. Insgesamt starben seit Mittwoch nach jeweiligen Angaben beider Seiten etwa 50 Palästinenser und drei Israelis.

Quelle: Reuters/AFP/dpad/ap
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