16.11.12

Treffen mit Merkel

Russland rätselt über Putins Gesundheitszustand

Geplatzte Termine, Pressekonferenz im Sitzen und die auffällige Trägheit: Ist Putin gesundheitlich schwerer angeschlagen, als er zugeben will? Das wird hinter vorgehaltener Hand in Moskau vermutet.

Foto: REUTERS

Wladimir Putin und Angela Merkel sitzen bei einer Pressekonferenz – üblicherweise findet die Fragerunde im Stehen statt
Wladimir Putin und Angela Merkel sitzen bei einer Pressekonferenz – üblicherweise findet die Fragerunde im Stehen statt

Eine Pressekonferenz im Sitzen hat das Rätselraten um die angeschlagene Gesundheit des russischen Präsidenten Wladimir Putin neu entfacht. Der Kreml habe darauf gedrängt, dass sich Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht wie sonst üblich im Stehen den Fragen der Journalisten stellen, hieß es hinter vorgehaltener Hand in Moskau.

In den vergangenen Wochen hatte der Kremlchef seine Residenz vor den Toren der Hauptstadt kaum verlassen.

Zwar räumte Putins Sprecher Dmitri Peskow ein, dass der passionierte Sportler eine leichte Verletzung erlitten habe, wie sie eben beim Training vorkommen könne. Das hindere ihn aber nicht an seinem normalen Programm. Auch Ministerpräsident Dmitri Medwedjew sagte kürzlich auf Nachfrage im finnischen Fernsehen, seinem Partner im Regierungstandem gehe es gut. Jeder habe doch so seine Wehwehchen.

Putin schwerer angeschlagen?

Aber die Anzeichen wachsen, dass Putins Gesundheit schwerer angeschlagen sein könnte, als es der Ex-Geheimdienstchef zugeben will. In den vergangenen Wochen ließ der 60-Jährige ohne Begründung mehrere Termine platzen. Besucher empfing er – mit Ausnahme Merkels – fast nur auf seinem Landsitz.

Putin hat sich immer wieder als muskulöser und vor Gesundheit strotzender Landesvater fotografieren lassen. Vor allem deshalb weckt nun bei vielen Russen das laute Schweigen über das wahre Ausmaß der Blessur ungute Erinnerungen an die Sowjetzeit. Damals war der Gesundheitszustand der Kremlherren striktes Staatsgeheimnis.

Quelle: dpa/mcz
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