12.11.12

Altes Kriegsgerät

Am Unabhängigkeitstag jubelt Polen einem Panzer zu

Der uralte Renault F-17 ist ein Stück polnischer Geschichte: 1920 kam er im Polnisch-Sowjetischen Krieg zum Einsatz und stand die letzten Jahre in Kabul herum. Nun erhält das Ungetüm einen Ehrenplatz.

Foto: AFP

Der historische Panzer in Warschau ist vor dem Präsidentenpalast ausgestellt
Der historische Panzer in Warschau ist vor dem Präsidentenpalast ausgestellt

Polens Einsatz in Afghanistan geht nach zehn Jahren dem Ende entgegen. Da trifft es sich gut, dass die Soldaten kurz vor Schluss ein großes Stück Beute heimgebracht haben. Die Rede ist von einem Oldtimer: ein Panzer vom Typ Renault F-17, der 1920 im Polnisch-Sowjetischen Krieg zum Einsatz kam.

Das knapp sieben Tonnen schwere Ungetüm war in Warschau der Star des Umzugs zum polnischen Tag der Unabhängigkeit. Der alte Renault ist zwar noch recht gut in Schuss, wurde aber auf einem Tieflader gefahren.

Als Polen 1918 unabhängig geworden war und Sowjetrussland seine Revolution erlebte, rückte die junge Rote Armee nach Warschau vor, um die Weltrevolution möglichst bis nach Deutschland zu tragen. In Frankreich hatten schon 1917 kriegsgefangene Polen unter General Jozef Haller eine Armee gebildet, die als Verbündeter der Alliierten anerkannt wurde.

Mit diesen Truppen kamen nach Armeeangaben 120 Renault-Panzer nach Polen. Sie wurden östlich der heutigen polnischen Ostgrenze eingesetzt, wobei einige "in Gefangenschaft" gerieten.

Von Afghanistan zurück nach Warschau

So ist es auch diesem Exemplar ergangen. Wenig später machte die junge Sowjetunion den Panzer dem letzten Emir von Afghanistan, Amanullah Khan, zum Geschenk.

Zuletzt stand das Gefährt vor dem Stabsgebäude einer afghanischen Brigade in Kabul. Am Rande der letzten UN-Vollversammlung vereinbarten Polen und Afghanistan die Rückführung. Zum Dank erhielt Präsident Hamid Karsai eine Einladung nach Warschau.

Der Renault ist das einzige Exemplar in polnischem Besitz. Der Panzer mit einem 37-mm-Geschütz erreichte bei zwei Mann Besatzung eine Geschwindigkeit von nur 7,8 Stundenkilometern, weswegen er zumeist mit der Bahn transportiert wurde.

Dennoch verbreitete sein Auftauchen bei den Rotarmisten Panik. Jetzt darf der Panzer sich ausruhen und wird bestens gepflegt: im Museum der Panzertruppen im polnischen Posen.

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