11.11.12

Frauenquote

Kristina Schröder erhöht Druck auf die Dax-Konzerne

Die Dax-Unternehmen haben groß angekündigt, den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen. Ein Ranking des Familienministeriums wird nun zeigen, wie ernst es ihnen wirklich damit ist.

Von Stefan von Borstel
Foto: dpa

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) tritt für eine „Flexi-Quote“ ein
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) tritt für eine "Flexi-Quote" ein

In der Debatte um mehr Frauen in Führungspositionen erhöht Familienministerin Kristina Schröder (CDU) den Druck auf die 30 großen Dax-Unternehmen. Das Ministerium will in dieser Woche erstmals ein Ranking der 30 Konzerne nach Frauenfreundlichkeit veröffentlichen. Grundlage des Unternehmensvergleichs im Internet ist ein "Frauen-Karriere-Index", der Ambition, Dynamik und Leistung der einzelnen Unternehmen in der Frauenförderung misst.

Die Einführung des Index' sei "ein Startschuss für mehr Wettbewerb und Transparenz der Dax 30 in der Debatte um Frauen in Führungspositionen", sagte Schröder der "Welt". "Wer sich anstrengt, steht dort erkennbar vorne, und wer sich verstecken will, kann das nicht länger tun." Mehr Berichtspflichten für Unternehmen zugunsten von Frauen in Führungspositionen seien schon im Koalitionsvertrag vereinbart worden, sagte Schröder. "Es wurde also Zeit, diesen Punkt voranzutreiben."

Im Gegensatz zu Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und EU-Kommissarin Viviane Reding tritt die Familienministerin nicht für eine starre gesetzliche Frauenquote ein, sondern für eine "Flexi-Quote". Danach soll jedes börsennotierte Unternehmen selbst festsetzen, zu welchem Zeitpunkt ein bestimmter Frauenanteil in Vorstand und Aufsichtsrat erreicht sein soll. Wird das Ziel verfehlt, drohen Sanktionen.

Zielmarken zwischen elf und 35 Prozent

Die 300 Dax-Unternehmen hatten 2011 erstmals zugesagt, den Frauenanteil in Führungspositionen zu steigern und dazu auch unternehmensspezifische Zielmarken vorgestellt. In diesem Sommer wurde eine erste Bilanz gezogen und ein entsprechender "Statusbericht" vorgelegt. Die Zielmarken der Unternehmen für die Frauenquote schwanken dabei zwischen elf und 35 Prozent. Während einige Unternehmen den Frauenanteil bereits bis 2015 deutlich steigern wollen, lassen sich andere Zeit bis 2020.

Aber auch die Ausgangslage ist unterschiedlich: Während zum Beispiel der Sportartikelhersteller Adidas oder der Allianz-Konzern einen Frauenanteil von mehr als 25 Prozent an den Führungspositionen vorweisen können, sind es bei großen Stromkonzernen und Automobilherstellern teilweise weniger als zehn Prozent.

Der Frauen-Karriere-Index soll nun das Engagement der Unternehmen besser nachvollziehbar und trotz der unterschiedlichen Ausgangsbedingungen untereinander vergleichbar machen. Der Index basiert auf Zahlen, die die Unternehmen selbst liefern.

Selbstverständlich hätten die Unternehmen jederzeit die Möglichkeit, Angaben zu korrigieren oder zu präzisieren, hieß es im Ministerium. So können sie ihren Indexwert verbessern, wenn sie Ziel und Zeitpunkt der geplanten Erreichung klar angeben oder ein konkretes Ziel für Deutschland, und nicht nur für den Weltkonzern, nennen.

Durch das öffentliche Ranking dürfte auch die Bereitschaft der Konzerne steigen, rasch aktuelle Zahlen zum Frauenanteil in Führungspositionen und detailliertere Angaben, etwa zum Anteil der Akademikerinnen an der Belegschaft, zu veröffentlichen.

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