10.11.2012, 22:49

Nach Falschmeldung BBC-Chef George Entwistle tritt zurück

Foto: Facundo Arrizabalaga / dpa

BBC-Chef George Entwistle gibt nach einem Falschbericht seinen Posten auf. Der Sender hatte einem Ex-Politiker Kindesmissbrauch unterstellt.

BBC-Chef George Entwistle zieht Konsequenzen aus einem falschen Bericht über den britischen Missbrauchsskandal in seiner Sendergruppe: "Ich habe entschieden, dass es die angemessene Reaktion ist, zurückzutreten", sagte Entwistle am Samstagabend in London.

Als Generaldirektor sei er "letztlich verantwortlich für den gesamten Inhalt" der BBC-Sendungen. Zuvor hatte die Ausstrahlung eines BBC-Berichts Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen den früheren Politiker Alistair McAlpine zur Folge, die sich als falsch herausstellten.

BBC entschuldigt sich

Die BBC hatte sich bereits am Freitagabend bei McAlpine entschuldigt. Am Samstag sagte Entwistle dem BBC-Radio zunächst, die Ausstrahlung eines Berichts der Sendung "Newsnight", der Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen McAlpine zur Folge hatte, sei "grundlegend falsch" gewesen. Am Abend dann trat der BBC-Chef vor die Fernsehkameras und erklärte seinen Rücktritt.

"Newsnight" hatte in den vergangenen Tagen über Steve M. berichtet, der in den 70ern in einem Kinderheim in Wales missbraucht worden war. Obwohl der Täter in der Sendung nicht namentlich identifiziert wurde, kursierte kurz darauf im Internet das Gerücht, es handele sich um McAlpine.

Der frühere Schatzmeister der Konservativen bestritt am Freitag die Vorwürfe, und auch Steve M. selbst teilte mit, dass es sich bei McAlpine nicht um den Täter gehandelt habe.

(dapd/dpa/AFP/mim)
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