08.11.12

Fraktionsstatus

Team Stronach zieht in Österreichs Parlament ein

Österreichs Politlandschaft ist im Parlament um eine Partei reicher: Das "Team Stronach" des austro-kanadischen Milliardärs Frank Stronach ist offiziell als Parlamentsklub anerkannt worden.

Foto: dpa

Der Geschäftsmann Frank Stronach: Seine Partei will Österreich aufmischen
Der Geschäftsmann Frank Stronach: Seine Partei will Österreich aufmischen

Knapp zwei Monate nach ihrer Gründung hat die neugegründete österreichische Partei Team Stronach des austro-kanadischen Milliardärs Frank Stronach Fraktionsstatus im Parlament in Wien erhalten. Diese Entscheidung verkündete Parlamentspräsidentin Barbara Prammer. Zuvor waren fünf abtrünnige Abgeordnete des rechtspopulistischen Bündnisses Zukunft Österreich (BZÖ) zum Team Stronach übergetreten.

Damit erhält die Partei Fraktionsstatus, ohne zuvor bei Wahlen angetreten zu sein. Die Frage war in den vergangenen Wochen heiß diskutiert worden. Stronach, der Gründer und frühere Chef des kanadisch-österreichischen Autozulieferkonzerns Magna, hatte seine Partei erst im September gegründet. Ein Parteiprogramm liegt bis heute nicht vor, es soll im kommenden April veröffentlicht werden.

Umfragen zufolge könnte Team Stronach bei der Parlamentswahl im Herbst kommenden Jahres zwischen zehn und zwölf Prozent erzielen und damit deutlich die Vier-Prozent-Hürde schaffen. Stronach war jüngst nach fast 60 Jahren in Kanada in seine Heimat Österreich zurückgekehrt.

Jedes EU-Land soll eigenen Euro bekommen

Der 80-jährige Gründer des Autozulieferers und Ex-Opel-Interessenten Magna Stronach versuchte sich bereits 1988 als Kandidat der Liberalen Partei in der kanadischen Provinz Ontario, unterlag damals jedoch seinem konservativen Kontrahenten.

Stronach vertritt wirtschaftsliberale Thesen. Für Aufsehen sorgte er mit seiner Forderung, jedes EU-Land solle seinen eigenen Euro bekommen. In die Schlagzeilen schaffte es der 80-Jährige in den letzten Monaten auch mit teils schrulligen Auftritten in der Öffentlichkeit.

Quelle: AFP/dpa/mcz
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