08.11.2012, 15:57

Frankreich Hollande sagt Arbeitslosigkeit den Kampf an

Foto: Bertrand Langlois / dapd

Rund zehn Prozent der Franzosen sind arbeitslos, unter Jugendlichen noch mehr. Knapp zwei Millionen Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze. Präsident Hollande will mit Zukunftsjobs Abhilfe schaffen.

Mit dem Start einer Initiative für Jugendliche ohne Jobs hat der französische Präsident François Hollande der Arbeitslosigkeit generell den Kampf angesagt. "Das ist die Schlacht gegen die Arbeitslosigkeit, die Generalmobilisierung", sagte Hollande nach der Unterzeichnung der ersten Verträge für sogenannte Zukunftsjobs, mit denen Jugendliche ohne Ausbildung in den Arbeitsmarkt zurückgeholt werden sollen.

Bis Ende 2014 sollen so 150.000 Arbeitsplätze für junge Franzosen unter 25 Jahren geschaffen werden. Vor allem staatliche Unternehmen wie die Post oder die Bahn verpflichten sich, eine bestimmte Zahl von jungen Leuten anzustellen und auszubilden.

Die Arbeitslosenquote liegt in Frankreich bei rund zehn Prozent. Unter den Jugendlichen ist laut dem Statistikinstitut INSEE fast jeder Vierte arbeitslos.

Dramatische Ausbreitung von Armut

Auch Arbeit schützt nach Einschätzung der katholischen Hilfsorganisation Secours Catholique allerdings nicht vor Armut, da es inzwischen in Frankreich viele schlecht bezahlte Arbeitsstellen oder Zeitverträge gebe. "Die Armut hat sich leider dauerhaft in Frankreich niedergelassen", sagte der Generalsekretär der Schwesterorganisation der deutschen Caritas, Bernard Thibauld, dem Radiosender France Info.

Grundlage seiner Einschätzung ist ein Zehn-Jahres-Bericht seiner Organisation. Danach stieg die Zahl der Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, zwischen 1999 und 2009 um 500.000 auf knapp zwei Millionen. Thibauld sieht die Zahlen als "Alarmsignal", etwas gegen die Ausbreitung der Armut zu unternehmen.

(dapd/ks)
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