08.11.2012, 10:21

Waffenschmuggel Türkei stoppt Flugzeug auf dem Weg nach Syrien

Foto: Cem Oksuz / dpa

Erneut hat die türkische Luftwaffe ein Flugzeug auf dem Weg nach Syrien wegen des Verdachts auf Waffenschmuggel gestoppt. Offiziell soll es nur Hilfsgüter geladen haben.

Die Türkei hat Medienberichten zufolge abermals ein Flugzeug auf dem Weg nach Syrien gestoppt und durchsucht. Die Frachtmaschine aus Armenien sei in der osttürkischen Stadt Erzurum gelandet, hieß es am Donnerstag in den Berichten.

Dem türkischen Sender NTV zufolge hatte das Flugzeug Hilfsgüter an Bord. Die Untersuchung der Ladung dauerte aber an. Bereits im Oktober wurde ein armenisches Flugzeug in der Türkei durchsucht und schließlich wieder freigegeben.

Russische Waffenexporte nach Syrien

Hintergrund der Durchsuchungen ist der Bürgerkrieg in Syrien. Die Türkei hat ihren Luftraum für syrische Maschinen gesperrt, weil nach Darstellung der Regierung mit einem Flugzeug russische Waffen in das Nachbarland transportiert werden sollten.

Die Türkei war früher ein Verbündeter Syriens, hat sich aber wegen des Konfliktes zu einem der wichtigsten Kritiker von Staatschef Baschar al-Assad entwickelt.

Bitte um Flugabwehrraketen der Nato

Wie unterdessen bekannt wurde, will die Türkei die Nato nach Angaben aus Kreisen zum Schutz vor Beschuss aus Syrien um die Stationierung von Patriot-Flugabwehrraketen auf ihrem Territorium bitten. Wie ein hochrangiger Mitarbeiter des Außenministeriums der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch erklärte, steht ein offizieller Antrag unmittelbar bevor.

Die Türkei sei der Gefahr von Raketenangriffen ausgesetzt und habe das Recht, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu erklärte lediglich, alle Optionen zu prüfen.

Die Türkei wirbt seit längerem für eine ausländische Intervention in dem Konflikt, insbesondere für die Errichtung einer Flugverbotszone in Syrien. Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan wirft dem UN-Sicherheitsrat Untätigkeit vor.

(rtr/UC)
Mo, 08.10.2012, 11.59 Uhr

Grund sind die andauernden Scharmützel an der türkisch-syrischen Grenze.

Video: Reuters
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