01.11.2012, 04:48

Ausschreitungen Tunesien verlängert Notstand bis Januar

Foto: Hassene Dridi / dapd

Nachdem es bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Islamisten zwei Tote gegeben haben soll, ist der Notstand in Tunesien um drei Monate verlängert worden. Es ist nicht das erste Mal.

Die tunesische Präsidentschaft hat den seit dem Sturz des früheren Staatschefs Zine al-Abidine Ben Ali im Januar 2011 geltenden Ausnahmezustand um weitere drei Monate verlängert. Staatschef Moncef Marzouki habe entschieden, den Notstand bis Januar 2013 auszudehnen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur TAP. Am Vortag hatte es blutige Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Islamisten gegeben.

Militante Islamisten hatten am Dienstag zwei Posten der nationalen Garde in einem Vorort der Hauptstadt Tunis angegriffen. Bei Kämpfen wurden nach offiziellen Angaben ein Angreifer getötet und zwei Sicherheitskräfte verletzt. Eine Polizeiquelle sagte der Nachrichtenagentur AFP, es habe zwei Tote gegeben; dies berichteten auch mehrere tunesische Medien.

Schmuggelgeschäfte heizen Probleme an

Zur wiederholten Verlängerung des Ausnahmezustands führten immer wieder Demonstrationen und Sitzblockaden, die sich gegen soziale Missstände richteten. Auch Stammeskämpfe im Zusammenhang mit Waffen- und Schmugglergeschäften vornehmlich im Süden des Landes wurden als Grund angeführt.

In Tunesien hatte die Protestbewegung eingesetzt, die in der arabischen Welt für einen weitreichenden Umbruch sorgte. Bei der Wahl zur Verfassungsversammlung erhielt die islamistische Ennahda-Partei die Mehrheit.

(AFP/mkl)
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