18.10.12

Griechenland

Molotowcocktails und Gewalt gegen Sparprogramm

In Athen eskaliert der Ärger gegen das Sparprogramm der Regierung. Randalierer stiften Chaos, ein Mann starb.

Foto: AFP

In Griechenland hat der Generalstreik gegen das neue Sparprogramm der Regierung begonnen: Journalisten und Techniker von Funk und Fernsehen versammeln sich vor dem Gebäude ihrer Gewerkschaft in Athen, um gegen Einschnitte zu protestieren. Der Ausstand, der 24 Stunden dauern soll...

6 Bilder

In der griechischen Hauptstadt Athen ist es am Rande einer friedlichen Demonstration Zehntausender erneut zu schweren Ausschreitungen gekommen. Rund 500 zum Teil vermummte Demonstranten schleuderten Brandflaschen auf die Polizei. Die Beamten setzten Tränengas und Blendgranaten ein, um die Randalierer auseinanderzutreiben.

Ein 66-Jähriger, der nicht an den Ausschreitungen beteiligt war, starb nach einem Herzinfarkt im Krankenhaus. Mindestens drei Menschen wurden leicht verletzt, berichtete der griechische Rundfunk unter Berufung auf den Rettungsdienst.

Über dem Platz vor dem Parlament in Athen lag ein beißender Geruch, wie das Fernsehen berichtete. Dutzende Menschen flohen in Panik in die Nebenstraßen. Die Ausschreitungen dauerten fast zwei Stunden.

Zehntausende demonstrieren

In Athen und anderen Städten gingen zehntausende Menschen auf die Straßen, um gegen das neue Sparpaket von 13,5 Milliarden Euro zu demonstrieren. Ministerien, Schulen und zahlreiche Behörden blieben geschlossen. Ärzte behandelten nur Notfälle.

Auch der Flug-, Schiffs- und Eisenbahnverkehr war betroffen. Keine Fähre lief aus Piräus aus. Dutzende Flüge mussten abgesagt werden, weil Fluglotsen die Arbeit für drei Stunden niederlegten. Auch die Taxifahrer von Athen zogen für neun Stunden die Handbremse.

"Wir verelenden", skandierten einige Demonstranten. Andere warfen der Regierung vor, mit den endlosen Sparmaßnahmen das Land ins Chaos zu stürzen. "Jedes dritte Geschäft im Zentrum Athens ist geschlossen", sagten Händler, die ebenfalls gegen das Sparprogramm demonstrierten.

Auch in Thessaloniki, auf Kreta und in zahlreichen mittelgriechischen Städten gingen tausende Menschen auf die Straßen, wie örtliche Medien berichteten.

Das neue griechische Sparpaket soll nach Informationen aus Kreisen der Regierung und der internationalen Geldgeber fast unter Dach und Fach sein. Die Gewerkschaften rechnen mit weiteren Kürzungen von Löhnen zwischen 6 und 20 Prozent.

Gekürzt werden sollen auch die Renten, was eine Einsparung von 4,9 Millionen Euro bringen soll.

Quelle: dpa/mim
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Endspurt: Die Baukräne am Kapelle-Ufer drehen sich für das Bildungsministerium. Es soll 2014 fertig sein.
22.05.13Baustellen
Es geht voran - In Berlin werden doch Großprojekte fertig

Eines der größten Bauvorhaben des Bundes in Berlin geht in die Zielgerade. Für den Neubau des Innenministeriums wurde jetzt Richtfest gefeiert. Auch andere große Bauvorhaben in Mitte kommen gut voran. mehr...


Sängerin Beyoncé ist in der O2 World in Friedrichshain zu Gast
22.05.13Terminvorschau
Das bringt der Tag in Berlin am Donnerstag

Berlin hat jeden Tag Neues zu bieten. Politische Termine, Demonstrationen, Prozesse, Theater, Konzerte. Hier finden Sie eine Auswahl der Berliner Morgenpost für Donnerstag, den 23. Mai. mehr...


Spurensicherung im Londoner Stadtteil Woolwich. Hier wurde ein Mann mit einer Machete getötet
22.05.13Mit Machete ermordet
Tödlicher Anschlag in London war offenbar Terrorakt

In London ist ein Mann mit einer Machete getötet worden. Laut Premierminister Cameron gebe es "starke Anzeichen" für einen terroristischen Hintergrund. Videos zeigen Teile des Geschehens. mehr...


Der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß war von der großen Mehrheit für seinen Vorschlag selbst überrascht
22.05.13Landespolitik
Berliner SPD-Vorstand billigt Bundestagsliste von Jan Stöß

Erfolg für den SPD-Landesvorsitzenden Jan Stöß: Der Landesvorstand hat am Mittwochabend seinem Vorschlag für die Bundestagsliste mit großer Mehrheit zugestimmt. Spitzenkandidatin soll Eva Högl werden. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Das nächste griechische Sparpaket
  • Einsparungen

    Griechenland plant nach Informationen aus dem Finanzministerium ein neues Sparpaket in Höhe von 13,5 Milliarden Euro. Davon sollen 11,5 Milliarden Euro unter anderem aus einem weiteren Personalabbau im öffentlichen Dienst, einer Verschlankung des Staates sowie zusätzlichen Kürzungen bei Rentnern und Staatsbediensteten finanziert werden. Weitere zwei Milliarden Euro sind aus Steuererhöhungen geplant. Das neue Sparpaket muss noch von den Kontrolleuren der internationalen Geldgeber (Troika) genehmigt werden.

  • Rentner

    Die Rentner müssen mit Kürzungen in Höhe von fast 4,9 Milliarden Euro rechnen. Das Weihnachtsgeld wird beispielsweise abgeschafft. Es war bereits von einer Monatsrente auf 400 Euro gekürzt worden.

  • Beamte

    1,5 Milliarden Euro werden wohl die Staatsbediensteten verlieren. Ihnen werden die jeweils verbliebenen 400 Euro vom Weihnachtsgeld sowie vom 14. Gehalt gestrichen. Viele Löhne und Gehälter sollen zwischen 6 bis 20 Prozent gekürzt werden. 15 000 Staatsbedienstete sollen in die Frühpensionierung gehen. Bis zum Eintritt des Rentenalters erhalten sie dann 60 Prozent ihres letzten Gehalts.

  • Versicherte

    Im Gesundheitswesen sollen 1,5 Milliarden Euro gespart werden. Unter anderem sollen die Versicherten sich mit höheren Eigenbeiträgen beim Kauf von Medikamenten beteiligen. Zahlreiche Krankenhäuser sollen schließen. Andere sollen sich zusammenschließen.

  • Angestellte

    Die Gehälter der Angestellten der öffentlich-rechtlichen Betriebe, wie beispielsweise der Elektrizitätsgesellschaft (DEI), sollen denen der Staatsbediensteten angeglichen werden. Dies bedeutet für die Betroffenen nach Berechnungen der Gewerkschaften bis zu 30 Prozent weniger Geld. Die Ausgaben der Ministerien sollen um 25 Prozent gekürzt werden. Die Müllabfuhr soll privatisiert werden. Schulen sollen schließen oder zusammengelegt werden. Um 250 Milliarden Euro soll das Budget des Verteidigungsministeriums schrumpfen.

  • Steuern

    Die Steuern auf Zinsen für Geldanlagen sollen von heute zehn auf 15 Prozent steigen. Die Tabaksteuer soll zum vierten Mal innerhalb von vier Jahren steigen. Allen Freiberuflern sollen der Steuerfreibetrag in Höhe von 5 000 Euro gestrichen werden. dpa

Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Oklahoma Wiedersehen nach dem schweren Tornado
Umzug Karneval der Kulturen 2013 - Berlin ist bunt
US-Kongress Apple verteidigt Steuersparmodell
Xbox One Microsoft stellt neue Spielkonsole vor
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Bilder von oben

Das zerstörte Oklahoma City aus der Luft

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote