03.10.12

Uran-Anreicherung

Iran will Teilverzicht und Ausweitung

Der eine droht mit einer Ausweitung des Atom-Programms, der andere erklärt sich zu einem Teilverzicht bereit. Letzterer ist Präsident Ahmadinedschad. Er erinnert sich an ein nie umgesetztes Abkommen.

Foto: DPA
Präsident Mahmud Ahmadinedschad
Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte, Teheran wolle zurück zum nie umgesetzten Abkommen von 2010 mit Brasilien und der Türkei

Der Iran ist nach den Worten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad bereit, die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent einzustellen, wenn es dafür aus dem Ausland entsprechendes Material erhält.

"Auf 20 Prozent angereichertes Uran wird nur (im Reaktor in Teheran) für Medikamente benötigt und hat sonst keinen Nutzen", sagte Ahmadinedschad am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Teheran. Die Anreicherung von 3,5 auf 20 Prozent sei zudem sehr teuer.

Für den Einsatz zur Stromerzeugung will Teheran demnach weiter Uran niedrig anreichern. Für Atombomben ist eine Anreicherung auf 90 Prozent nötig. Westliche Staaten unterstellen dem Iran, Kernwaffen anzustreben.

Ahmadinedschad erklärte, Teheran wolle zurück zum nie umgesetzten Abkommen von 2010 mit Brasilien und der Türkei. Das Abkommen sah vor, 1,2 Tonnen niedrig angereicherten Urans aus dem Iran in der Türkei zu lagern, bis auf 20 Prozent angereichertes Uran aus dem Ausland in Teheran eintrifft.

Drohung mit Ausweitung

Die Internationale Energieagentur IAEA hatte zuvor angeboten, dass der Iran sein Uran zur Anreicherung an Russland und Frankreich liefert und auf eigene Anreicherung verzichtet.

Ganz anders hört es sich aus dem Munde eines Politikers an: Bei einem Scheitern der internationalen Atomverhandlungen werde der Iran sein Nuklearprogramm ausweiten.

In diesem Falle werde Uran bis auf 60 Prozent angereichert, um U-Boote oder Schiffe anzutreiben, sagte der Abgeordnete Mansur Hakikatpur nach einem Bericht des englischsprachigen Senders Press TV. Der Politiker ist stellvertretender Chef des Parlamentsausschusses für Außen- und Sicherheitspolitik.

Quelle: dpa/Reuters/sara
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