02.10.12

Nigeria

26 Tote nach Überfall auf Studentenwohnheim

Blutbad in Nigeria: In einem Studentenwohnheim sind bei einem brutalen Angriff mindestens 26 Menschen getötet worden. Es könnte sich um einen Anschlag der Terrorgruppe Boko Harm handeln.

Foto: AFP

Der Campus der Polytechnischen Hochschule in Mubi im Nordosten Nigerias: Hier haben bislang unbekannte ein Blutbad angerichtet
Der Campus der Polytechnischen Hochschule in Mubi im Nordosten Nigerias: Hier haben bislang unbekannte ein Blutbad angerichtet

Bewaffnete haben im Nordosten Nigerias ein Blutbad in einem Studentenwohnheim angerichtet und mindestens 26 Menschen getötet. 15 weitere seien verletzt worden, als die Angreifer am Dienstag das Feuer nahe des Campus der Polytechnischen Hochschule in Mubi eröffneten, sagte ein Behördenvertreter. Wer hinter dem Überfall stand, war zunächst unklar, allerdings verübte die radikalislamische Miliz Boko Haram mehrfach Anschläge in der Region.

Nach Angaben eines Vertreters der Rettungskräfte wurden die Verletzten in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Armee übernahm demnach die Kontrolle über die Stadt. Die Behörden des Bundesstaates Adamawa hatten ebenso wie das Rote Kreuz zunächst zehn Todesopfer gemeldet.

An der Hochschule hatten unlängst Studentenwahlen stattgefunden. Einige der Kandidaten dieser Wahl seien unter den Todesopfern, sagte Yushau Shuaib, Sprecher der Nationalen Notfallbehörde.

Ein Zusammenhang zwischen der Abstimmung und dem Überfall sei naheliegend. Die Polizei leitete Ermittlungen ein und wollte einen Zusammenhang mit den Studentenwahlen ebenfalls nicht ausschließen.

Anschlag von Boko Haram nicht ausgeschlossen

Allerdings könnte es sich auch um einen Anschlag der radikalislamischen Rebellen von Boko Haram handeln. In der vergangenen Woche nahm die Armee in Mubi nach eigenen Angaben 156 mutmaßliche Mitglieder der Organisation fest.

Zudem sei ein ranghoher Anführer Boko Harams getötet worden. Die Islamisten haben im Norden und im Zentrum Nigerias seit 2010 Schätzungen zufolge mehr als 1400 Menschen getötet.

Mubi liegt nur unweit von der Stadt Maiduguri im Nachbarstaat Borno entfernt, die als Hochburg der radikalen Fundamentalisten gilt. Boko Haram interpretiert den Islam ultrakonservativ und fordert für den mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias die Errichtung eines islamischen Staates.

Viele Tote durch Überschwemmungen

Viele Menschen kostete am selben Tag Überschwemmungen in dem Land das Leben, mindestens 148 Menschen starben. Etwa 64.000 Menschen seien in den vergangenen Wochen zudem obdachlos geworden, berichtete das nigerianische Rote Kreuz am Dienstag in Abuja.

Die starken Regenfälle und die Überflutungen hätten in vielen Teilen des bevölkerungsreichsten Landes in Afrika auch großen Sachschaden angerichtet, so eine Sprecherin des Roten Kreuzes. In manchen Regionen wachse wegen verschmutzten Trinkwassers die Gefahr von Infektionskrankheiten wie Cholera.

Quelle: AFP/sara
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