24.09.12

Todesdrohung

USA verurteilen Kopfgeld auf Schmähvideo-Macher

Die USA haben die Fatwa eines pakistanischen Ministers gegen das islamfeindliche Schmähvideo scharf verurteilt. Inzwischen hat sich auch der Iran zu Wort gemeldet.

Foto: REUTERS

Religiöse Fanatiker drohen den USA bei einer Demonstration in Pakistan
Religiöse Fanatiker drohen den USA bei einer Demonstration in Pakistan

Die USA haben das Kopfgeld scharf verurteilt, das ein pakistanischer Minister auf den Macher des islamfeindlichen Films "Die Unschuld der Muslime" ausgesetzt hat.

US-Präsident Barack Obama und seine Außenministerin Hillary Clinton hätten den Schmähfilm bereits als "beleidigend, ekelhaft und verwerflich" gebrandmarkt, erklärte ein Mitarbeiter des Außenministeriums am Sonntag in Washington. Doch sei der Streifen keine "Rechtfertigung für Gewalt" und es sei wichtig, dass sich verantwortungsvolle Führer gegen Gewalt aussprächen.

Daher halte die US-Regierung die Ankündigung des pakistanischen Eisenbahnministers Ghulam Ahmed Bilour für "aufrührerisch und unangemessen", hieß es in der Erklärung weiter. Bilour hatte am Samstag 100.000 Dollar für die Tötung des "Gotteslästerers" versprochen.

Er rief zudem die Taliban und das Terrornetzwerk al-Qaida auf, sich dieser "noblen Sache" anzuschließen.

Pakistan distanziert sich

Inzwischen hat sich ein weiterer Politiker dem Mord-Aufruf angeschlossen. Nach Bilour lobte auch der Vorsitzende der Partei Jamiat Ahle Hadith in der Provinz Sindh umgerechnet 80.000 Euro für denjenigen aus, der dem Urheber des Mohammed-Schmähfilms "eine exemplarische Bestrafung" zufüge, wie der US-Sender CBS meldet.

Der Parteivorsitzende Mufti Mohammad Yousuf Kasuri kündigte die Belohnung demnach bei einer Kundgebung gegen den Film am Sonntag in Karachi an.

Ministerpräsident Raja Pervez Ashraf distanzierte sich am Sonntag nach Worten eines Sprechers "vollständig" vom Mordaufruf des Eisenbahnministers. Der Aufruf sei nicht die "Politik der Regierung", diese distanziere sich davon.

Unterdessen hat auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad Schmähvideo und die dadurch ausgelösten gewalttätigen Proteste in der islamischen Welt verurteilt.

"Grundsätzlich und zuallererst verurteilen wir jede Aktion, die provokativ ist und die religiösen Ansichten und Gefühle der Menschen verletzt", sagte er am Sonntag im Vorfeld eines Besuchs bei der UN-Vollversammlung in New York dem US-Sender CNN. "Ebenso verurteilen wir jede Form von Extremismus."

"Missbrauch von Freiheit"

"Den heiligen Propheten zu verunglimpfen, ist sehr schlimm. Das hat sehr wenig mit Freiheit und freier Meinungsäußerung zu tun. Es handelt sich um eine Schwäche und einen Missbrauch der Freiheit, und an vielen Orten ist es ein Verbrechen", sagte Ahmadinedschad.

"Wir glauben aber auch, dass dies in einer menschlichen Atmosphäre gelöst werden muss ... Und wir mögen es nicht, wenn jemand sein Leben verliert oder – aus welchen Gründen auch immer – getötet wird, nirgendwo auf der Welt."

Das islamfeindliche Video und Mohammed-Karikaturen in einem französischen Satire-Magazin haben in den vergangenen eineinhalb Wochen in vielen islamischen Ländern zu teils gewalttätigen Protesten geführt.

Dutzenden Menschen kamen dabei ums Leben.

Quelle: AFP/dpa/WON
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