23.09.12

Nahost

Iranisches Militär droht mit Erstschlag gegen Israel

Der Konflikt zwischen Iran und Israel verschärft sich. Der iranische Luftwaffenchef spricht nun von einem "Präventivangriff".

Foto: AFP

Irans Generäle verschärfen ihren Ton und drohen mit Raketen
Irans Generäle verschärfen ihren Ton und drohen mit Raketen

Der Chef der Luftstreitkräfte der iranischen Revolutionsgarden hat für den Fall eines israelischen Angriffs auf sein Land vor einem "Dritten Weltkrieg" gewarnt. Sollte eine israelische Attacke kurz bevorstehen, könnte der Iran einen "Präventivangriff" führen, sagte General Amir Ali Hadschisadeh am Sonntag im Fernsehsender Al-Alam. Israel werde "schwere Verluste" erleiden. Das könne der "Auftakt seines Untergangs" sein. Eine militärische Konfrontation beider Länder würde einen Weltkrieg auslösen, sagte Hadschisadeh. Der General ist auch für die Raketeneinheiten der Pasdaran (Revolutionswächter) zuständig.

Zuvor hatte der Oberkommandierende der iranischen Revolutionsgarden, General Mohammed-Ali Jafari, Israel vor den Konsequenzen eines möglichen Angriffs gewarnt. "Bei einem Gegenschlag des Iran nach einem israelischen Angriff würde kein Teil Israels sicher sein, und von dem Land würde nichts übrigbleiben", sagte Jafari.

Im Falle eines Militärschlages gegen sein Land werde der Iran auch US-Militärbasen in der Region angreifen und die Straße von Hormus schließen. Diese Meerenge ist strategisch wichtig, weil durch sie nach unterschiedlichen Quellen bis zu 40 Prozent des weltweit auf Schiffen transportierten Öls nach Europa, Fernost und in die USA gelangen.

Der Westen und Israel beschuldigen die iranische Führung, heimlich an einer Atombombe zu bauen. Diese weist den Vorwurf zurück und pocht auf ihr Recht zur zivilen Nutzung der Atomenergie. Israel hat mehrfach damit gedroht, die iranischen Atomanlagen zu bombardieren, falls Sanktionen und diplomatische Vorstöße Teheran nicht zum Einlenken bringen sollten. Bisher hatte die iranische Führung die Drohungen als Bluff abgetan.

Der Atomstreit mit dem Iran wird diese Woche auch während der Generaldebatte der UN-Vollversammlung Thema sein. Am Donnerstag findet dazu ein Treffen der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands statt. Die USA, Frankreich und Großbritannien hatten Teheran kürzlich gewarnt, dass die Zeit für eine Einigung bei den Verhandlungen über das Atomprogramm ablaufe.

Quelle: AFP/dpa/ap
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