24.08.12

Pussy Riot

Kremlkritiker Kasparow nach Protest freigesprochen

Regimekritiker Kasparow hat einen Teilerfolg gegen die Justiz errungen. Der frühere Schachweltmeister hat sich nicht strafbar gemacht, als er den Prozess gegen Pussy Riot vor dem Gericht verfolgte.

Foto: REUTERS
Der frühere Schachweltmeister und heutige Kremlkritiker wurde freigesprochen
Der frühere Schachweltmeister und heutige Kremlkritiker wurde freigesprochen

Der Kremlkritiker Garri Kasparow ist vom Vorwurf freigesprochen worden, während des Prozesses gegen die Frauen-Punkband Pussy Riot einen illegalen Protest organisiert zu haben. Ein Moskauer Gericht sah am Freitag nicht genügend Beweise für einen Verstoß gegen das Demonstrationsrecht. Der ehemalige Schachweltmeister, dem eine zweite Anklage wegen eines mutmaßlichen Angriffs auf einen Polizisten droht, bezeichnete das Urteil als "historisch".

Nach der Entscheidung erklärte Kasparow vor dem Gerichtsgebäude, der Richter habe die Zeugenaussagen der Polizei für nicht ausreichend gehalten. Es sei "historisch", dass ein russischer Richter der Darstellung der "uniformierten" Polizei widerspreche.

Kasparow hatten in dem Verfahren eine hohe Geldstrafe oder bis zu 15 Tage Gefängnis gedroht, nachdem das Demonstrationsrecht im Frühjahr deutlich verschärft worden war.

Der Oppositionspolitiker dankte nach seinem Freispruch den Journalisten, die ihm Foto- und Videomaterial von seiner Festnahme am vergangenen Freitag zur Verfügung gestellt hatten.

Video-Bilder von der Demonstration am Tag des Pussy-Riot-Urteils zeigen, wie ein Polizist Kasparow anscheinend auf den Kopf schlägt. Er wird danach in einen Bus der Sicherheitskräfte gebracht. Kasparow erstattete Anfang der Woche Anzeige gegen die Polizei wegen Beleidigung und illegaler Verhaftung.

Weiteres Verfahren droht

Im Zusammenhang mit der Demonstration droht Kasparow aber noch ein weiteres Verfahren. Ein Polizist beschuldigte den Schachmeister, ihn außerhalb der Sichtweite der Kameras in die Hand gebissen zu haben.

Das könnte mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden. Die Moskauer Polizei übergab den Fall an das mächtige Ermittlungskomitee. Dieses ermittelt bereits gegen den Oppositionsführer Alexander Nawalny und andere prominente Putin-Kritiker.

Am Freitag vergangener Woche waren drei Pussy-Riot-Musikerinnen wegen "Rowdytums" und "Anstiftung zu religiösem Hass" zu jeweils zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Sie hatten im Februar in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale ein "Punk-Gebet" gegen Wladimir Putin aufgeführt, der kurz darauf in den Kreml zurückkehrte. Das Urteil rief weltweit Kritik hervor.

Quelle: AFP/sara
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Morgenpost-Autorin Franziska Birnbach machte sich mithilfe von Google Maps auf den Weg ins Berliner Verkehrschaos
21:30Neue Fahrradnavigation
Mit Google Maps wird Radtour in Berlin zum Stresstest

Google Maps bietet ab sofort auch in Deutschland Routen für Radfahrer. Die Morgenpost hat die Anwendung auf Berlins Straßen getestet und stieß dabei auf Straßen, die gar nicht existieren. mehr...


Schon 2012 lockte der „Summer Rave“ viele junge Berliner in die Hangars des stillgelegten Flughafens Tempelhof
18:48Terminvorschau
Das bringt der Tag in Berlin am Sonnabend

Berlin hat jeden Tag Neues zu bieten. Politische Termine, Demonstrationen, Prozesse, Theater, Konzerte. Hier finden Sie eine Auswahl der Berliner Morgenpost für Sonna, den 25. Mai. mehr...


Am Maxim Gorki Theater feiert am Samstag das Stück „Leben des Galilei“ Premiere. Pressesprecherin Claudia Nola rechnet damit, dass diese nicht ausverkauft sein wird
22:48Bühne
Champions-League-Finale bringt Berlins Theater in Bredouille

Berlins Theater sehen sich am Samstagabend einem kaum besiegbaren Konkurrenten ausgesetzt. Denn nicht nur potenzielle Zuschauer wollen das Champions League Finale sehen, sondern auch viele Darsteller. mehr...


„The Rock“: Wowereit zeigte nicht die geringsten Anzeichen dafür, dass ihn die Fragen vielleicht ermüdeten
19:55Hauptstadtflughafen
Wowereit lässt sich im BER-Ausschuss nicht fassen

Berlins Regierender Bürgermeister musste sich dem BER-Untersuchungsausschusses stellen. Dabei zeigte er sich gelassen - und hatte auf alles ein Antwort. Eine persönliche Verantwortung wies er zurück. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Krawalle Wieder Ausschreitungen in Stockholm
Washington Brücke in USA eingestürzt
Grundsatzrede Obama will strengere Regeln für Drohnenangriffe
Queen of Soul Aretha Franklin braucht eine kleine Auszeit
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Finale in London

Das tippen die Berliner Fans von Bayern und BVB

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote