13.08.12

Unklare Quelle

Videos zeigen mögliche Taten syrischer Rebellen

Die Aufständischen sind in Syrien in Misskredit geraten: Internetvideos zeigen, wie die Rebellen Leichen von regierungstreuen Kämpfern von einem Dach werfen. Andere werden misshandelt und erschossen.

Quelle: Reuters
13.08.12 2:11 min.
Der Chef der Beobachtermission machte beide Seiten für den Anstieg der Opferzahlen verantwortlich. Der Gebrauch von Waffen hat dafür gesorgt, dass die Zahl der Opfer unter der Bevölkerung ansteigt.

Video-Aufzeichnungen von in Syrien begangenen Grausamkeiten haben die Aufständischen in Misskredit gebracht. Die im Internet verbreiteten Videos, deren Entstehungsbedingungen nicht sofort aufgeklärt werden konnten, zeigen unter anderem, wie einem gefesselten Mann mit verbundenen Augen die Kehle durchgeschnitten wird und wie eine Menschenmenge "Allahu Akbar" ("Gott ist der Größte") ausruft, während von einem Dach die Leichen mutmaßlicher regierungstreuer Kämpfer geworfen werden.

"Wenn sich diese Videos als echt herausstellen, werden die Grausamkeiten der Revolution schaden", sagte der Direktor der Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London, Rami Abdel Rahman. "Sie werden nur der Führung des Landes und den Feinden der Revolution nützen."

Die drei am Montag aufgetauchten Videos zeigen offenbar ausnahmslos Vorfälle aus der Provinz Aleppo, in der sich die Regierungstruppen und die Aufständischen in den vergangenen Wochen heftige Auseinandersetzungen lieferten. Die Szene, auf der zum Jubel der Menge Leichen von einem Dach geworfen werden, soll aus Al-Bab stammen.

Gefesselter wehrt sich

Auf dem Video mit dem Gefesselten ist zu sehen, wie sich der Mann wehrt und von mehreren Männern auf eine Straße in Aleppo niedergedrückt wird. Dann taucht ein Mann mit einem kleinen Messer auf und schneidet dem Gefesselten die Kehle durch; sein Blut breitet sich auf der Straße aus. "Das ist das Schicksal aller Milizionäre!", sagt der Filmende.

Auf einem dritten Video, das aus Asas stammt, wird ein bärtiger, gefesselter Mann aus einem Wagen gezerrt und zu Boden geworfen. Dann schießt ein bewaffneter Mann mit einer Pistole auf ihn, ein zweiter mit einem Schnellfeuergewehr. Nach mehreren Schüssen stirbt der Gefesselte, der mit dem Gesicht auf den Boden gefallen ist.

Erstmals haben die syrischen Rebellen am Montag nach eigenen Angaben einen Kampfjet der syrischen Armee abgeschossen und den Piloten gefangen genommen. Der Sprecher der Freien Syrischen Armee, Kassem Saadeddin, sagte, ein Kampfflugzeug vom Typ MiG 21 sei in der ostsyrischen Region Deir Essor abgeschossen worden. "Er wurde von einem 14,5 Millimeter-Geschoss aus einem Luftabwehrgeschütz getroffen."

Sana stellt Vorfall als Panne dar

Der Pilot wurde nach Angaben einer Rebellengruppe namens "Die revolutionäre Jugend des Landes am Euphrat" gefangen genommen. Die Gruppe veröffentlichte ein Video, in dem ein von drei bewaffneten Männern umstellter Mann zu sehen ist. Dieser wird als Pilot Mufid Mohammed Suleiman vorgestellt. Er sagt, er habe den Auftrag gehabt, die Stadt Muhasen in Deir Essor anzugreifen.

Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete vom Verlust eines Kampfjets, stellte den Vorfall jedoch als Panne dar. Das Flugzeug sei im Osten des Landes während eines routinemäßigen Trainingsflugs aufgrund eines technischen Defekts abgestürzt.

Die Navigationsgeräte der Maschine seien infolge der Panne ausgefallen und hätten einen Weiterflug unmöglich gemacht. Der Pilot habe seinen Schleudersitz aktiviert. Die Suche nach dem Piloten dauere an.

Erster Abschuss durch Regierungsgegner

Sollten sich die Angaben der Rebellen bestätigen, wäre dies der erste Abschuss eines Armeeflugzeugs durch die Regierungsgegner seit Beginn des Aufstandes im März 2011. Es wäre ein Beweis dafür, dass die Aufständischen im Besitz von Luftabwehrgeschützen sind.

Ein weiteres von der "Revolutionären Jugend des Landes am Euphrat" auf der Internet-Plattform Youtube veröffentlichtes Video zeigt den Abschuss eines Flugzeugs, das offenbar bei schwerem Beschuss getroffen wird. Aus dem Flugzeug entweicht Feuer, Rauch steigt auf. Das Flugzeug fliegt weiter, obwohl es offenbar am Heck getroffen wurde. Ein in dem Video nicht vorgestellter Mann ruft "Allahu Akbar (Gott ist groß), eine MiG wurde in der Stadt Muhasen getroffen".

Quelle: AFP/sara
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