11.08.12

Neuer Präsident

Hollandes Beliebtheitswert in Frankreich bricht ein

Während Frankreichs Präsident Hollande im Urlaub weilt, büßt er laut einer Umfrage an Popularität ein. Die Stichwahl könnte er derzeit nicht gewinnen. Für Sarkozy lief es nach der Wahl 2007 besser.

Foto: AFP
François Hollande mit seiner Partnerin Valerie Trierweiler
Frankreichs Präsident François Hollande mit seiner Partnerin Valerie Trierweiler im Urlaub. In der Bevölkerung hat er an Popularität verloren

Der französische Präsident François Hollande hat drei Monate nach seinem deutlichen Wahlsieg bei seinen Landsleuten erheblich an Popularität verloren. Hatte er am 6. Mai noch knapp 52 Prozent in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy geholt, liegt seine Zustimmungsrate nach einer Ifop-Umfrage knapp sechs Punkte niedriger bei 46 Prozent.

Sarkozy hatte hingegen 2007 nach seinem Wahlsieg binnen weniger Wochen um zwölf Prozent in der Wählergunst zulegen können und war auf einen Zustimmungswert von 65 Prozent hochgeschnellt.

Jerome Fourquet vom Ifop-Institut nennt die schlechte Wirtschaftslage und die noch düsteren Aussichten als Gründe für die Umfragewerte. Der Umfrage zufolge gaben 51 Prozent der Befragten an, mit Frankreich gehe es bergab, nur 17 Prozent erwarten eine Wendung zum Besseren.

Nach der Wahl Sarkozys 2007 hatten 45 Prozent angegeben, mit Frankreich werde es bergauf gehen. "In diesem sehr pessimistischen Klima und angesichts des sehr geringen Spielraums, der ihm bleibt, liegen die Zustimmungswerte für Hollande und seine Regierung konstant unter 50 Prozent", sagte Fourquet der Zeitung "Le Figaro".

Zehn Prozent Arbeitslosigkeit

Frankreich leidet unter einer Arbeitslosigkeit von zehn Prozent – das ist der höchste Stand seit 13 Jahren. Die Wirtschaft droht zum Jahresende in eine Rezession abzugleiten. Um im kommenden Jahr dennoch die EU-Defizitgrenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung einhalten zu können, muss Hollande durch Steuererhöhungen oder Einsparungen ein Loch von rund 33 Milliarden Euro stopfen.

Er hat bereits Steuererhöhungen für Reiche und für Unternehmen angekündigt. 67 Prozent der Befragten heißen die angekündigte Reichensteuer gut, sogar 71 Prozent die teilweise Rücknahme der Rentenreform.

Quelle: Reuters/sara
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