10.08.12

Sinai

Israel stimmt ägyptischem Hubschrauber-Einsatz zu

Laut Friedensvertrag von 1979 darf nur wenig ägyptisches Militär auf der Sinai-Halbinsel stationiert sein. Nach den Anschlägen am Wochenende hat Israels Sicherheitskabinett die Bestimmungen gelockert.

Foto: REUTERS
Rafah
Panzer unterwegs nach Rafah. Nach den Anschlägen auf einen Grenzposten entsendet Ägypten mehr Militär auf die Sinai-Halbinsel - mit der Erlaubnis Israels

Angesichts der Auseinandersetzungen zwischen Ägypten und mutmaßlichen Extremisten auf der Sinai-Halbinsel hat Israel einer vorübergehenden Lockerung der Vorschriften des dort geltenden Friedensvertrags zugestimmt. Die ägyptische Armee dürfe Kampfhubschrauber in das Gebiet entsenden, hieß es am Donnerstagabend aus israelischen Regierungskreisen. Den entsprechenden Beschluss habe das israelische Sicherheitskabinett gefasst.

Im Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel von 1979 ist eine Entmilitarisierung der Sinai-Halbinsel vereinbart. Den Vorschriften entsprechend darf dort eigentlich nur ganz wenig Militär stationiert sein.

Die Situation auf der Sinai-Halbinsel hat sich in den vergangenen Tagen dramatisch verschärft. Am Sonntag wurden 16 ägyptische Soldaten bei einem Überfall auf einen Grenzposten getötet. Ägypten und Israel machen Palästinenser aus dem Gaza-Streifen und Islamisten vom Sinai für den Angriff verantwortlich.

Als Reaktion auf den Überfall startete die ägyptische Armee am Mittwoch die größte Militäroperation im Sinai seit Jahrzehnten, dabei wurden nach Angaben aus Armeekreisen 20 Extremisten getötet.

Demonstranten fordern hartes Vorgehen

Den Rückhalt der Bevölkerung hat die Armee: Tausende Demonstranten forderten in Kairo ein hartes Vorgehen gegen die Täter. "Wir wollen den Tod derer, die unsere Märtyrer in Rafah getötet haben", hieß es auf einem Transparent.

In der Sinai-Wüstenregion leben Beduinenstämme, die sich von der Regierung in Kairo im Stich gelassen fühlen, aber auch anti-israelische Extremisten, Waffen- und Drogenschmuggler sowie Al-Qaida-Sympathisanten. Seit dem Sturz des langjährigen Präsidenten Husni Mubarak im vergangenen Jahr hat sich die Sicherheitslage in dem Gebiet verschlechtert. Israel beobachtet die Entwicklungen mit Sorge.

Quelle: AFP/Reuters/ks
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