01.08.2012, 18:38

Syrien Kampfflugzeuge nehmen Aleppo unter Feuer

-

Foto: AFP

- Foto: AFP

Die Vereinten Nationen berichten von Militärflugzeugen über der Wirtschaftsmetrople. Westerwelle ist „entsetzt“

Syriens Machthaber Baschar al-Assad fährt immer stärkere Waffen im Kampf gegen die Rebellen auf. In Aleppo setze die syrische Armee zunehmend Kampfflugzeuge gegen die Rebellen ein, berichtete die Sprecherin der UN-Mission in Syrien, Sausan Ghosheh, am Mittwoch. "Gestern haben unsere Beobachter zum ersten Mal Schüsse aus einem Kampfflugzeug beobachtet", sagte sie. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) zeigte sich in Berlin "entsetzt" angesichts der Gewalt in Aleppo. Präsident Baschar Assad rief derweil das Militär auf, die Kampfkraft gegen die Rebellen zu verdoppeln.

"Massiver Einsatz von schweren Waffen"

Augenzeugen in Aleppo hatten in den vergangenen Tagen mehrfach von Beschuss aus Militärflugzeugen berichtet. Ghosheh beschrieb den "massiven Einsatz von schweren Waffen, darunter Panzer, Hubschrauber, Maschinengewehren, ebenso wie Artillerie" und machte ihre Besorgnis über die Lage in der nordsyrischen Stadt deutlich. Auch die Opposition verfüge über schwere Waffen, darunter Panzer, berichtete sie.

Westerwelle sagte, er sei beunruhigt angesichts der Berichte über die Hinrichtung entwaffneter Assad-treuer Milizen durch Kämpfer der Opposition. "Die Aufständischen tragen in den Gebieten, die unter ihrer Kontrolle stehen, die Verantwortung dafür, dass Racheakte und Gewalt gegen Wehrlose unterbleiben", sagte er.

Warnung vor fehlenden Nahrungsmitteln

Zugleich warnte Ghosheh vor einem Mangel an Nahrungsmitteln, Treibstoff, Wasser und Gas in der Stadt. Das Welternährungsprogramm der UN reagierte und kündigte eine Hilfslieferungen für 28.000 Menschen nach Aleppo an.

Zuvor hatte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in der Nacht auf Mittwoch mitgeteilt, dass syrische Streitkräfte im Kampf um Aleppo offenbar auch gegen friedliche Demonstranten mit brutaler Gewalt vorgingen. Dutzende junger Männer, aber auch einige Kinder sowie ältere Personen seien von Regierungstruppen oder verbündeten Milizen erschossen worden, teilte die Organisation mit.

Assad ruft Arme zu noch schärferem Kampf auf

Syriens Machthaber Assad rief seine Streitkräfte anlässlich des 67. Jahrestages der Gründung der Armee dazu auf, ihre Bemühungen im Kampf gegen die Rebellen zu verdoppeln. In einem Beitrag in einer Militärzeitschrift stellte er die Rebellion als das Werk ausländischer Terroristen dar. Assad hatte sich seit zwei Wochen nicht öffentlich geäußert und sein Aufenthaltsort ist unbekannt.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von Kämpfen in einem christlichen Teil der Altstadt von Damaskus, bei denen ein Mensch getötet worden sei. Der Schusswechsel habe laut Anwohnern gut eine halbe Stunde gedauert, teilten die Aktivisten mit.

Türkische Armee startet Manöver an der Grenze

Als Zeichen der Stärke gegenüber kurdischen Separatisten starteten die türkischen Streitkräfte derweil ein Manöver an der syrischen Grenze. Rund 25 Panzer fuhren nördlich der möglicherweise von kurdischen Rebellen kontrollierten syrischen Stadt Kamischli auf und sollen dort mehrere Tage lang Einsätze bei hoher Geschwindigkeit üben, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

(dapd/alu)
Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter