Ausblick negativ
Brüderle hält Moody's-Bewertung für kurzsichtig
FDP-Fraktionschef Brüderle glaubt nicht, dass Deutschlands Rolle als stabilisierender Anker durch die Einschätzung der Ratingagentur Moody's gefährdet ist. Die Bundesrepublik habe ein solides Wachstum.
FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle sieht Deutschlands Rolle als Stabilitätsanker in Europa durch die neue Einschätzung der Ratingagentur Moody's nicht gefährdet. "Die Bewertung der amerikanischen Ratingagentur Moody's ist eher kurzfristig, vielleicht auch ein bisschen kurzsichtig", sagte Brüderle "Berliner Morgenpost".
"Deutschland hat ein solides Wirtschaftswachstum, die Beschäftigungslage ist hervorragend und Schwarz-Gelb hat viel dafür getan, den Finanzsektor zu stabilisieren." Die Märkte hätten weiterhin großes Vertrauen in die Bundesrepublik, sagte Brüderle: " Teilweise bekommen wir sogar dafür Geld bezahlt, wenn wir unsere Staatsanleihen zum Kauf anbieten."
Brüderle sagte, dass die Bundesregierung wiederholt auf die Belastungsgrenzen Deutschlands hingewiesen habe. "Dies schließt jedwede Haftungsvergemeinschaftung aus", sagte Brüderle. An die Adresse der Südeuropäer fügte er hinzu: "Es ist unumgänglich, dass unsere europäischen Partnerländer für Klarheit sorgen. Vertrauen gewinnt die Euro-Zone als Ganzes nur zurück, wenn die Nehmerländer ihre Reformzusagen einhalten. Leistung und Gegenleistung sind nicht nur ein Gebot der Fairness gegenüber den Geberländern, es ist auch eine wirtschaftliche und finanzpolitische Notwendigkeit."
Meister: "Ergebnis nicht zerreden"
Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Michael Meister (CDU), betonte mit Blick auf die Entscheidung der Ratingagentur ebenfalls Deutschlands Stärke. "Die Vergabe der Bestnote zeigt, dass Deutschland wirtschaftlich und finanzpolitisch gut aufgestellt ist", sagte Meister "Berliner Morgenpost". "Dieses Ergebnis sollten wir nicht zerreden", warnte der CDU-Finanzexperte.
Er zeigte sich optimistisch, dass der Ausblick bald wieder auf stabil gesetzt wird. "Bei Fortsetzung der stabilitäts- und wachstumsorientierten Politik dieser Bundesregierung werden wir auch bald wieder einen stabilen Ausblick erwarten können."















