Promis im Wahlkampf
Mitt Romney kann auf Hilfe von Chuck Norris zählen
Traditionell unterstützen die meisten US-Promis Demokraten. Das gilt auch im Fall von US-Präsident Obama. Allerdings steht auch der republikanische Gegenkandidat Romney nicht völlig blank da.
Morgan Freeman war selbst schon mal der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten, zumindest im Hollywood-Blockbuster "Deep Impact", und vielleicht hat der Oscar-Preisträger deshalb ein Herz für Barack Obama.
Jedenfalls spendete er jetzt eine Million Dollar für dessen Wahlkampf und erklärte, Obama habe "in schwierigen Zeiten Bemerkenswertes geleistet" – die Truppen aus dem Irak heimgeholt und wichtige Reformen gestartet.
Es ist Wahlkampf in Amerika und dann werden die Stars politisch. Die Demokraten haben im eher links-liberalen Künstlermilieu einen Heimvorteil. Doch die massive Hilfe durch Freeman kam auch für Obama überraschend.
Auf einer im Januar an die Öffentlichkeit gelangten Wunschliste des Weißen Hauses mit den Namen von 194 Prominenten vor allem aus dem Film- und Unterhaltungsbusiness, auf deren Unterstützung der Präsident im Wahlkampf hofft, stand Freeman nicht.
Clooney ist Obamas Trumpf
George Clooney ist der klare Trumpf auf der Liste. Der Schauspieler und Regisseur lud im Mai Leinwandgrößen in seine Villa nach Los Angeles zu einem Dinner mit seinem "Freund Barack". 40.000 Dollar musste zahlen, wer dabei sein wollte. Rund 150 Promis war's das wert, darunter Salma Hayek, Barbra Streisand, Billy Crystal.
Die Liste der Obama-Unterstützer in Hollywood ist lang. Oprah Winfrey, die Hohepriesterin des TV-Talks, hatte 2008 zur Wahl Obamas aufgerufen, doch nun ließ die Entertainerin wissen, sie hoffe auf seine Wiederwahl, wolle aber nicht öffentlich für ihn werben. Und obwohl "O" auf Obamas Januar-Wunschzettel der 194 Unterstützer steht, interviewte sie soeben das Ehepaar Mitt und Ann Romney.
Längst nicht so gleißend strahlt das Scheinwerferlicht ins konservative Lager von Mitt Romney. Immerhin auf Chuck Norris kann er zählen, auf Oscar-Preisträger Robert Duvall, bekannt als Mafia-Consigliere im "Paten" und "Midnight Cowboy" Jon Voight, der Vater von Angelina Jolie.
Überraschenderweise ruft auch "Kiss"-Rocker Gene Simmons zur Wahl Romneys auf. Cindy Crawford trat ebenfalls bei einer Veranstaltungen für den Konservativen auf, doch die Agentin des Supermodels beeilte sich später zu versichern, das sei nur ein Gefallen für einen der fünf Söhne Romneys gewesen, mit dem Crawford befreundet sei.
Künstler können Feindbilder werden
Künstler, die sich allzu offensiv zu einer Partei bekennen, können für Anhänger der Gegenseite zu Feindbildern werden. "Barbarella" Jane Fonda oder die Gute-Laune-Kanone Whoopi Goldberg werden wegen ihrer klaren Demokraten-Haltung von vielen Republikaner-Wählern boykottiert; Demokraten wiederum mögen Kelsey Grammer nicht, weil der Darsteller des Radio-Psycho-Onkels Dr. "Frasier" Crane aus der gleichnamigen Sitcom für Romney wirbt und ein konservatives Online-Netzwerk gründen half.
Zu intime Kuschelei mit Prominenten kann auch Politikern schaden. Das weiß George Clooney am besten. Sein Vater Nick kandidierte 2004 auf dem Ticket der Demokraten für einen Kongresssitz in Kentucky, und spätestens als der prominente Sohn für ihn zu trommeln begann, galt der Fernsehjournalist als haushoher Favorit.
Doch der republikanische Gegenkandidat wusste den Wahlkampf umzufunktionieren auf die Formel "Herzland gegen Hollywood" und gewann klar.
Obamas Unterstützer: Sharon Stone und George Clooney, Antonio Banderas, Beyoncé Knowles, Robert De Niro, Matt Damon, Jamie Foxx, Asthon Kutcher, Danny de Vito, Michael Douglas, Whoopi Goldberg, Tom Hanks, Demi Moore, Sean Penn, Will Smith, Ben Stiller, Meryl Streep, Salma Hayek, Barbra Streisand, Billy Crystal.
Romneys Fans: Chuck Norris, Robert Duvall, Jo n Voight ("Midnight Cowboy", Vater von Angelina Jolie), Gene Simmons (Bassist von Kiss), Pat Boone (Hit: "Love letters in the Sand", 1957), Kelsey Grammer ("Frasier"). Cindy Crawford wirbt für Romney, um einem Freund einen Gefallen zu tun.















