Syrien
Assad heizt den Konflikt mit der Türkei weiter an
Die türkische Marine hat die toten Piloten des von Syrien abgeschossenen Kampfjets im Meer geortet. Und Assad setzt weiter auf Provokation..
Syriens Präsident Bashar al-Assad facht den Streit mit der Türkei durch schwere Vorwürfe gegen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan weiter an. Mit der Einmischung in den Konflikt in seinem Land sei die Türkei zum Beteiligten an dem Blutvergießen geworden, sagte Assad in einem Interview der türkischen Zeitung "Cumhuriyet". Das türkische Militär ortete unterdessen auf dem Boden des Mittelmeers die Leichen der Besatzung eines Kampflugzeugs, das Syrien abgeschossen hatte.
Assad warf Erdogan, mit dem er einst sogar Urlaub machte, Heuchelei vor. Zwar dränge der türkische Regierungschef Syrien zu politischen Reformen, zugleich ignoriere er aber die Gewalt und die demokratischen Defizite in den arabischen Golfstaaten. "Die Türkei hat den Terroristen alle Arten logistischer Unterstützung gewährt, um unser Volk zu töten", sagte der international weitgehend isolierte Assad.
Der Abschuss eines Kampfflugzeuges vor knapp zwei Wochen hatte den Konflikt zwischen den beiden Ländern verschärft. Das türkische Militär teilte mit, die Leichen der beiden Piloten seien auf dem Meeresboden gefunden worden und sollten geborgen werden. Das Wrack liegt in einer Tiefe von rund 1000 Metern. Assad hatte nach dem Vorfall sein Bedauern geäußert, was die Türkei jedoch als Propaganda zurückwies. Die Türkei hat ihr Militär an der Grenze zusammengezogen und auch Kampfflugzeuge demonstrativ aufsteigen lassen.
Zerrissene Opposition
Die syrische Opposition lieferte zugleich einen weiteren Beleg für ihre Zerrissenheit. Ein Treffen in Kairo hatte am Dienstag im Chaos geendet. Delegierte verprügelten einander und beschimpften sich wüst, nachdem Vertreter der syrischen Kurden das Treffen im Streit verlassen hatten. Weil es bislang nicht gelang, die verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen hinter einer Führung zu versammeln, ringt die Opposition in Syrien weiter um internationale Anerkennung.
Die Spaltung der Regierungsgegner gilt als einer der Gründe, warum sich Assad trotz des seit mehr als 16 Monaten andauernden Aufstands länger als andere unter Druck geratene Staatschefs in der Region an der Macht halten konnte. Allerdings wollen westliche Staaten unter Führung der USA offenbar Moskau zur Aufnahme des syrischen Machthabers Baschar al-Assad bewegen.
Nach einem entsprechenden Bericht der Zeitung "Kommersant" sagte Russlands Vizeaußenminister Sergej Riabkow am Mittwoch aber, Russland verhandle nicht mit den USA über Assads Zukunft. Unterdessen haben Regierungsgegner Videoaufnahmen veröffentlicht, die Gräueltaten staatlicher Milizen nahe Damaskus belegen sollen. Die Aufnahmen aus Duma zeigen verstümmelte Leichen und abgetrennte Körperteile – offenbar auch von Kindern. "Das sind Teile unserer Kinder, die wir aus dem Müll geholt haben", sagte ein Mann in einer der Filmaufnahmen.














