01.07.12

Afghanistan

Bundespolizisten posierten als "Killerkommando"

Ein Foto von deutschen Bundespolizisten in martialischer Aufmachung vor der Residenz des deutschen Botschafters in Kabul löst Ärger aus. Doch eine Bestrafung der Männer ist nicht möglich.

Foto: AFP
Deutsche Botschaft in Kabul
In Berlin ist ein Bild aufgetaucht, das Polizisten in Kabul vor der deutschen Botschaft (abgebildet, Archivbild) zeigt - mit Gewehren und einer Totenkopf-Flagge posierend. Zu sehen ist auch eine Kalaschnikow, die nicht zur Ausrüstung gehört.

Bundespolizisten haben in martialischer Aufmachung mit Totenkopf-Flagge und Waffen vor der Residenz des deutschen Botschafters in Kabul posiert. Ein Foto mit den Beamten sei dem Bundespolizeipräsidium 2009 bekannt geworden, sagte ein Präsidiumssprecher und bestätigte damit einen entsprechenden "Spiegel"-Bericht. "Aber auf dem Foto sind keine Gesichter zu erkennen. Deswegen konnten natürlich auch keine Disziplinarverfahren eingeleitet werden."

Alle Beamten der entsprechenden Spezialeinheit "Schutzaufgaben in Krisengebieten" (SIK) seien vom Referatsleiter belehrt worden. Ihnen sei eindringlich gesagt worden, "dass sie in der Öffentlichkeit stehen und dass nicht adäquat ist, was da geschehen ist", sagte der Sprecher.

Keine Erkenntnisse über Identität der Beamten

Die Aufnahme – laut "Spiegel" posierten die Beamten wie für ein "Killerkommando" – sorgte für Verstimmungen zwischen dem Innenministerium und dem Bundespolizeipräsidium, wie der "Spiegel" weiter berichtet.

Innenstaatssekretär Klaus-Dieter Fritsche habe in einem Brief an Bundespolizeipräsident Matthias Seeger kritisiert, dass dem zuständigen Referatsleiter im Präsidium die Angelegenheit schon 2009 bekannt geworden war, der Referatsleiter aber darauf verzichtet hatte, Disziplinarverfahren einzuleiten. Das Foto sei im Frühjahr 2009 entstanden, das Innenministerium habe aber erst jetzt davon erfahren. Aus Sicherheitskreisen wurde die Existenz des Briefes bestätigt.

"Die Sache ist für uns abgeschlossen", betonte der Sprecher. Bislang gebe es keine neuen Erkenntnisse über die Identität der betroffenen Beamten. Das sei auch dem Innenministerium mitgeteilt worden.

Quelle: dpa/ks
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