Grenzgebiet
Syrer schießen türkisches Kampflugzeug ab
Die syrische Luftabwehr hat ein türkisches Flugzeug abgeschossen. Laut türkischen Medien bestätigte der türkische Ministerpräsident Erdogan den Vorfall. Syrien soll sich bereits entschuldigt haben.
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat den Abschuss eines türkischen Kampfflugzeuges durch die syrische Luftabwehr bestätigt. Demnach soll die syrische Seite den Abschuss bereits eingeräumt und sich dafür entschuldigt haben. Das berichten türkische Medien – unter anderem die Zeitung Hürriyet.
Die Zeitung berichtete ferner, dass die Piloten des Flugzeugs bereits von "Streitkräften" geborgen und in Sicherheit seien. Es war zunächst nicht klar, von welchen Streitkräften die Rede war. Die türkische Seite warte nun auf Genehmigung der Syrer, nach dem Wrack zu suchen und es gegebenenfalls zu bergen.
Damit scheint klar, dass der Abschuss über syrischen Hoheitsgewässern erfolgte – warum das Flugzeug dort war, blieb unklar. Für die Rettung der Piloten gibt es allerdings keine offizielle Bestätigung. Andere Medien berichten, die Rettungsaktionen nach den beiden vermissten Piloten laufe noch. Ein Schiff der syrischen Marine soll sich an der Suche beteiligen.
Nach türkischer Darstellung war das Flugzeug um 10 Uhr Ortszeit aus der Provinz Malatya gestartet (Ostanatolien). Gegen Mittag sei der Funkkontakt abgebrochen.
Feuer auf insgesamt zwei Flugzeuge eröffnet?
Eine offizielle Bestätigung hatte es zunächst nach ersten Medienberichten nicht gegeben. Der libanesische Sender Hisbollah, der über den Abschuss berichtete, hatte sich auf Informationen aus syrischen Sicherheitskreisen gestützt. Der F-4-Jet hätte den Luftraum Syriens verletzt.
Nach unbestätigten Berichten soll das Feuer auf insgesamt zwei Flugzeuge eröffnet worden sein. Ein syrischer Journalist erzählte dem russischen Fernsehen: "Augenzeugen beobachteten zwei Militärflugzeuge, die auf syrisches Gebiet flogen. Eines davon stürzte in syrische Gewässer. Das zweite Flugzeug kam davon, obwohl es beschädigt war."
Die Türkei fliegt regelmäßig Aufklärungsflüge entlang der gemeinsamen Grenze mit Syrien. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern waren bis zum Beginn des syrischen Aufstands gegen Präsident Bashar al-Assad ausgezeichnet. Durch den Abschuss der Maschinen könnte sich das mittlerweile äußerst gespannte Verhältnis noch verschlechtern.
Mehr als 35.000 Syrier leben in Grenznähe
Das türkische Grenzgebiet ist für die Rebellen der Freien Syrischen Armee Nachschubbasis und Rückzugsgebiet, von dem sie ihre Angriffe auf Regierungstruppen in Syrien starten. Mehr als 35.000 Syrier leben zu dem in Grenznähe in türkischen Flüchtlingslagern.
UN-Vermittler Kofi Annan warnte davor, dass der Syrien-Konflikt rasch auf die ganze Region übergreifen könnte, wenn "einflussreiche Mächte" nicht entschlossen für Frieden sorgen. "Ich fürchte, wir nähern uns dem Tag, an dem es zu spät sein wird, um noch zu verhindern, dass diese Krise außer Kontrolle gerät", sagte Annan am Freitag bei einer Pressekonferenz in Genf.
Der Syrien-Sonderbeauftragte von UN und Arabischer Liga kündigte ein baldiges Treffen der von ihm angeregten Syrien-Kontaktgruppe mit einflussreichen Staaten wie Russland und den USA in Genf an.
Dabei solle ein neuer Versuch für eine Lösung des Konfliktes erörtert werden. Ein härteres Vorgehen der Weltgemeinschaft gegen das syrische Regime scheitert bislang vor allem an Russland und China.















