13.06.12

Euro-Krise

Schäuble zweifelt an Auflagenerfüllung Athens

Bundesfinanzminister Schäuble zweifelt offenbar daran, dass Griechenland den Sparkurs umsetzen kann. Die Mehrheit der Deutschen spricht sich für ein Ausscheiden Athens aus der Euro-Zone aus.

Foto: DAPD
Wolfgang Schäuble
Wolfgang Schäuble ist in Bezug auf Griechenland pessimistisch

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat offenbar Zweifel an der korrekten Umsetzung der mit den EU-Rettungs- Milliarden verbundenen Auflagen durch Griechenland.

Wenn die "Troika" aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Weltwährungsfonds (IWF) das nächste Mal nach Athen reise, werde sie feststellen, dass das Programm von Griechenland nicht erfüllt werde, sagte Schäuble am Dienstag nach Angaben von Teilnehmern in der Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag.

Dies sei unabhängig davon, wie die Parlamentswahl am Sonntag ausgehe. Die Situation in Griechenland werde sich dahinschleppen. Die Griechen entscheiden an diesem Sonntag in einer Schicksalswahl, ob sie den Reform- und Sparkurs fortsetzen oder aus der Euro-Zone ausscheiden wollen.

Deutsche sehen Zukunft des Euro skeptisch

Mehr als zwei Drittel aller Deutschen plädieren nach einer Umfrage dafür, dass Griechenland die Euro-Zone verlässt. Das geht aus einer Befragung hervor, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov am Mittwoch veröffentlichte. Demnach sagen 69 Prozent der Befragten, dass Griechenland aus der Euro-Zone ausscheiden sollte. Nur 17 Prozent der Deutschen sind für einen Verbleib.

Sehr skeptisch sehen die Deutschen auch die Zukunft der Europäischen Union und ihrer Gemeinschaftswährung. Nur eine knappe Mehrheit der Deutschen (52 Prozent) würde bei einem Referendum dafür stimmen, in der EU zu bleiben. 29 Prozent würden sich nach der Umfrage dafür entscheiden, die EU zu verlassen.

Rund jeder fünfte Deutsche (21 Prozent) rechnet damit, dass der Euro die kommenden zehn Jahre nicht überleben wird und dass die EU-Mitgliedsstaaten wieder ihre alte Währung einführen. Mit ihrer Euro-Skepsis liegen die Deutschen nach der Umfrage hinter Großbritannien und Finnland an dritter Stelle.

Quelle: dpa/smb
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