Angriff
UN-Soldaten und Zivilisten in der Elfenbeinküste getötet
Sie gaben ihr Leben, um ein Dorf vor marodierenden Milizen zu schützen: Sieben nigerianische UN-Soldaten und acht Zivilisten wurden im Südwesten der Elfenbeinküste aus dem Hinterhalt getötet.
Bei einem Angriff auf UN-Friedenstruppen im Südwesten der Elfenbeinküste sind sieben Blauhelmsoldaten und acht Zivilisten getötet worden. Die Soldaten seien bei einem Einsatz zum Schutz der Bevölkerung südlich des Ortes Tai angegriffen worden, teilte der UN-Gesandte in der Elfenbeinküste, Bert Koenders, mit.
Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) erklärte, beim selben Angriff seien auch acht Zivilisten ums Leben gekommen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Tat und warnte, dass die verbliebenen mehr als 40 Blauhelme in Gefahr seien. Verurteilt wurde der Angriff auch vom UN-Sicherheitsrat.
Die Friedenstruppen hatten nach Angaben von Koenders kürzlich ihre Präsenz in der Gegend nahe der Grenze zu Liberia wegen der drohenden Gefahr von Angriffen auf Zivilisten verstärkt. Die sieben Soldaten stammten aus dem Niger.
"Milizionäre der Söldner"
Ein UN-Vertreter sagte, die Blauhelmsoldaten seien von einer großen Gruppe angegriffen worden. Seinen Angaben zufolge waren die Blauhelmsoldaten auf einer Patrouille zu Fuß unterwegs, als sich der Angriff ereignete.
Koenders verurteile den Gewaltakt als "eine schwere Verletzung des Völkerrechts". Kieran Dwyer, Sprecher der UN-Abteilung für friedenserhaltende Maßnahmen, kündigte eine Truppenverstärkung bei Tagesanbruch an.
Der stellvertretende ivorische Verteidigungsminister Paul Koffi Koffi kündigte für den 15. Juni eine Operation von Regierungskräften sowie liberianischen und UN-Truppen an, um die Verantwortlichen zu finden. Bei diesen handele es sich um "Milizionäre oder Söldner", sagte er. Ein früherer Einsatz sei nicht möglich, da es dauere, bis Ausrüstung vor Ort und Truppen bereit seien, sagte Koffi Koffi.
Mission zur Aufklärung geschickt
Ban erklärte, nach dem Angriff seien mehr als 40 UN-Blauhelme vor Ort geblieben, um die Dorfbewohner vor einer bewaffneten Gruppe zu schützen. Der Bürgermeister Desire Knonkonte sagte, dass Hunderte Dorfbewohner aus Angst vor weiteren Angriffen bereits geflohen seien.
OCHA-Vizechef Carlos Geha erklärte, das UN-Büro habe eine Mission nach Tai geschickt, um den Vorfall zu untersuchen, Einzelheiten lägen noch nicht vor. Er fügte jedoch hinzu, dass die acht Zivilisten und sieben Blauhelme seinem Verständnis zufolge beim selben Angriff ums Leben gekommen sind.
Liberia hat nach dem Angriff die Grenze zu dem Land abgeriegelt. Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf habe die sofortige Entsendung von liberianischen Truppen an die Grenze angeordnet, teilte der liberianische Informationsminister Lewis Brown mit.
Vor der Ankündigung am Samstagabend gab es Vermutungen, Bewaffnete, die von Liberia aus grenzüberschreitende Anschläge verüben, könnten an dem Angriff beteiligt gewesen sein.
"Erster Angriff dieser Art"
Die UN sind seit 2004 zu friedenserhaltenden Maßnahmen in dem westafrikanischen Land im Einsatz. Angaben von Ende April zufolge sind 9.400 Blauhelmsoldaten, 200 Militärbeobachter und 1.350 internationale Polizeikräfte aus mehr als 40 Ländern unter UN-Mandat in der Elfenbeinküste stationiert.
Es handele sich um den größten Angriff auf Blauhelme in den vergangenen Jahren, teilte die Sprecherin der für Friedensmissionen zuständigen UN-Abteilung, Josephine Guerrero, mit. Die Sprecherin der UN-Mission in der Elfenbeinküste, Sylvie van den Wildenberg, sprach vom "ersten Angriff dieser Art" auf UN-Truppen im Land.















