03.06.12

Syrien

TV-Journalist bezieht Prügel während Live-Sendung

Während einer Live-Sendung ist ein Reporter des staatlichen syrischen Fernsehens von einem Passanten mit einem Schuh attackiert worden. "Die syrischen Medien lügen", rief der Mann und flüchtete.

Ein syrischer Fernsehjournalist ist während einer Live-Sendung von einem Regimegegner mit einem Schuh verprügelt worden.

Während der Reporter des staatlichen Fernsehens am Samstagabend auf einer Straße in der Stadt Aleppo stand und ins Mikrofon sagte, die Berichterstattung der arabischen Nachrichtensender über die Syrien-Krise sei schlecht, sprang ein junger Passant auf ihn zu. Er schlug zweimal auf den Reporter ein. Dabei rief er: "Die syrischen Medien lügen."

Blitzschnell verschwand er nach seiner Attacke in der Dunkelheit. Der Reporter schickte ihm noch einige wüste Flüche hinterher, bevor er sich wieder seinem Bericht zuwandte.

Beliebtes Video bei Youtube

Wenige Stunden vor dem Zwischenfall, der sich auf der Internet-Plattform Youtube großer Beliebtheit erfreut, hatten die arabischen Außenminister beschlossen, die Ausstrahlung des syrischen Staatsfernsehens über die Satelliten Nilesat und Arabsat zu stoppen.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad wies unterdessen in einer Rede vor dem Parlament jede Verantwortung für das Massaker in Hula zurück.

Nicht einmal Monster würden ein solch grausames Verbrechen begehen, sagte Assad am Sonntag vor den Abgeordneten. Opposition und Regierung in Syrien haben sich gegenseitig die Schuld für das Blutbad in Hula zugeschoben, bei dem mehr als 100 Menschen ums Leben kamen, viele davon Kinder.

Assad erklärte weiter, das Land sehe sich einem "echten Krieg" gegenüber. Er werde keine Nachsicht gegenüber Terroristen zeigen, die den Aufstand im Land angezettelt hätten.

Assad gibt dem Ausland die Schuld

"Wir müssen den Terrorismus bekämpfen, um das Land zu heilen", erklärte der Präsident. "Wir werden nicht nachsichtig sein. Wir werden nur denen vergeben, die dem Terrorismus abschwören."

Assad machte ausländische Kräfte für die Krise verantwortlich und erklärte, das Land mache die schwerste Zeit seit dem Ende der Kolonialzeit durch. "Uns wurde ein Kampf aufgezwungen und das Ergebnis ist das Blutvergießen, das wir sehen."

Es war seine erste Rede seit dem Massaker in der Region Hula vor einer Woche. Nach Angaben von Aktivisten hat die seit 15 Monaten andauernde Gewalt im Land bereits bis zu 13.000 Menschen das Leben gekostet.

Quelle: dpa/dapd/pku
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