28.05.12

"Flame"

IT-Experten entdecken hochkomplexe Cyber-Waffe

IT-Sicherheitsexperten haben ein neues Computer-Virus entdeckt: Die Schadstoffsoftware "Flame" hat bereits Tausende Rechner befallen. Flame könnte die dritte Cyber-Waffe nach Stuxnet und Duqu sein.

Experten für IT-Sicherheit haben einen neuen, hochkomplexen Computer-Virus entdeckt. Die "Flame" getaufte Schadsoftware habe Tausende Rechner vorwiegend im Nahen Osten befallen und sei seit bis zu fünf Jahren aktiv, teilte die auf Anti-Viren-Programme spezialisierten Firma Kaspersky Lab am Montag mit.

Sollten sich die Angaben des russischen Unternehmens bestätigen, wäre Flame nach Stuxnet und Duqu die dritte entdeckte Cyber-Waffe, die im großen Stil verbreitet wurde.

Die Experten von Kaspersky stehen bei der Entschlüsselung des Virus nach eigenen Angaben noch am Anfang. Flame habe 20 Mal mehr Code als Stuxnet, mit dem iranische Anlagen zur Urananreicherung angegriffen und Zentrifugen zerstört wurden.

"Enge Verbindung" zu Stuxnet

Eine iranische Agentur für Datensicherheit teilte über ihre Webseite mit, Flame habe eine "enge Verbindung" zu Stuxnet und sei möglicherweise für Cyberangriffe verantwortlich, die nach iranischen Angaben jüngst kürzlich für umfangreiche Datenverluste in einigen Computersystemen des Landes gesorgt hatten.

Flame könne laut Kaspersky Daten sammeln, die Einstellungen des befallenen Computers verändern, das Mikrofon einschalten, um Gespräche mitzuschneiden, Screen-Shots machen und Chat-Konversationen aufzeichnen.

Betroffen seine bis zu 5000 Computer, vor allem von Unternehmen und Bildungseinrichtungen im Iran, Israel, in den Palästinensergebieten, im Sudan und Syrien. Über den möglichen Urheber der Schadsoftware wollte Kaspersky keine Angaben machen.

Für Siemens kein Schaden

Der 2010 entdeckte Stuxnet war für Industrieprogramme entwickelt worden – damals ein Novum. Er hatte vor allem Industrie-Anlagen wie Kraftwerke oder Chemiefabriken, auch in Deutschland, befallen.

Betroffen waren auch Kunden, die das Siemens -Steuerungssystem Simatic einsetzten. Allerdings hat Siemens zufolge keines der Unternehmen einen konkreten Schaden dadurch erlitten.

Quelle: Reuters/sara
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