27.05.12

Ägypten

Unterlegener Kandidat will Wahlergebnis anfechten

Nach der ersten Runde der ägyptischen Präsidentschaftswahl will der unterlegene linksnationalistische Kandidat die Wahl anfechten. Ex-US-Präsident Carter geht nicht von Unregelmäßigkeiten aus.

Foto: DAPD
Hamdeen Sabahi
Präsidentschaftskandidat Hamdeen Sabahi will die Wahl anfechten

Der linksnationalistische Kandidat bei der Präsidentschaftswahl in Ägypten, Hamdeen Sabahi, will das Ergebnis der ersten Runde anfechten. Er werde Klage bei der Wahlkommission wegen Unregelmäßigkeiten bei dem Urnengang einreichen, sagte Sabbahi. Teilergebnissen zufolge ging Sabbahi als Drittplatzierter aus der ersten Runde der Wahl. Auf dem ersten Platz landete der Muslimbruder Mohammed Morsi, Ex-Regierungschef Ahmed Schafik kam auf Platz zwei und zieht damit gegen Morsi in die Stichwahl.

Nach Angaben der Muslimbrüder vom Freitag kam Morsi auf 25,3 Prozent der Stimmen, Schafik auf 24 Prozent und Sabahi auf 22 Prozent. Sabbahi sagte bei einer Versammlung seiner Anhänger am Samstag, die Zahl der für ihn abgegebenen Stimmen bei der Präsidentschaftwahl vom Mittwoch und Donnerstag zeige, "dass die Zukunft offen vor uns liegt". "Wir werden die Revolution zum Sieg führen."

Kein Zugang zu regionalen Auszählungen

Schafik und Mursi warben am Samstag bereits intensiv um Wählerstimmen für die zweite Runde. Schafik erklärte, er plane keine Neuauflage des alten Regimes. "Ich habe es satt, als 'altes Regime' abgestempelt zu werden", sagte Schafik bei einer Pressekonferenz in seinem Wahlkampfbüro in Kairo. Alle Ägypter seien Teil des alten Regimes.

Der frühere US-Präsident Jimmy Carter, der eine Beobachterdelegation des Carter Center anführte, sagte, der Wahlverlauf in Ägypten sei "ermutigend". Zugleich sprach er von "Zwängen" wie sie den Beobachtern seiner Organisation "nie zuvor auferlegt" worden seien. So hätten die Beobachter keinen Zugang zur Auszählung in den regionalen Wahlbüros gehabt.

"Es gibt keine Möglichkeit, zu versichern, dass der gesamte Verlauf sauber war", sagte Carter. Im Allgemeinen habe es aber keine Hinweise auf die Bevorzugung eines einzelnen Kandidaten gegeben. Mögliche Unregelmäßigkeiten bezeichnete Carter als "zufällig".

Das offizielle Ergebnis der ersten Runde soll am Dienstag von der Wahlkommission bekanntgegeben werden. Wenn wie erwartet keiner der zwölf Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht, findet am 16. und 17. Juni die Stichwahl statt. Der Sieger soll dann am 21. Juni feststehen. Danach will der seit Mubaraks Sturz im Februar 2011 regierende Militärrat die Macht abgeben.

Quelle: AFP/dapd/cl
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