18.05.12

syrien

Ban macht al-Qaida für Anschläge verantwortlich

Al-Qaida unterwandert die Protestbewegung in Syrien, vermutet der UN-Generalsekretär. Das Assad-Regime versucht, das zu nutzen.

Foto: DPA
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vermutet die Terrororganisation al-Qaida hinter dem jüngsten Doppelanschlag in Damaskus
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vermutet die Terrororganisation al-Qaida hinter dem jüngsten Doppelanschlag in Damaskus

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vermutet hinter den jüngsten Anschlägen in Syrien das Terrornetzwerk al-Qaida. Die Aktivitäten des Extremistennetzwerks in der Region verursachten äußerst gravierende Probleme. Mindestens 55 Menschen waren bei dem Doppelanschlag in Damaskus am Donnerstag vergangener Woche getötet und 370 verletzt worden.

Selbstmordattentäter hatten ihre mit Sprengstoff beladenen Autos vor einem Geheimdienstgebäude zur Explosion gebracht. Nach Angaben von Augenzeugen zündete zunächst eine kleinere Bombe und dann eine wesentlich stärkere, die offenbar gezielt Schaulustige und Rettungskräfte treffen sollte.

Die Anschläge waren die schwersten Attentate seit dem Beginn des Aufstands gegen Staatschef Baschar al-Assad. International wurden sie scharf verurteilt. Seit Monaten wächst die Sorge, dass die syrische Protestbewegung von al-Qaida unterwandert wird.

Mehr als 12.000 Tote

Seit dem Beginn des Protestes gegen die Regierung Assads Mitte März 2011 wurden in Syrien nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 12.000 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Die UN-Beobachter in Syrien hätten zwar einen "befriedenden Effekt", doch gehe die Gewalt weiter, beklagte Ban.

Mit der Einschätzung des UN-Chefs zu al-Qaida dürfte sich die Regierung in Damaskus bestärkt fühlen. Das international weitgehend isolierte Syrien erklärt seit Monaten, aus dem Ausland finanzierte "Terroristen" würden hinter dem Aufstand stecken. Die Regierung verdächtigt besonders Saudi-Arabien und Katar der Unterstützung, die sich für eine Bewaffnung der Gegner von Präsident Baschar al-Assad starkmachen.

Die syrische Regierung hatte den Vereinten Nationen vor Kurzem eine Liste mit 26 festgenommen Ausländern vorgelegt, die zum Kampf eingeschleust worden seien. 20 dieser Personen seien Mitglieder von al-Qaida und über die Türkei ins Land gelangt, erklärten die Behörden.

Russland warnt vor Intervention

Syrien befinden sich knapp 260 unbewaffnete UN-Beobachter, die die Einhaltung eines Waffenstillstands überwachen sollen. Dieser gilt seit fünf Wochen, ist jedoch von beiden Seiten mehrfach gebrochen worden.

Mit Blick auf Syrien und den Iran warnte Russland vor einer militärischen Intervention des Auslands. An einem gewissen Punkt könnten Handlungen, die die Souveränität eines Landes untergraben würden, zu einem voll ausgewachsenen regionalen Krieg führen, sagte Ministerpräsident Dmitri Medwedew in St. Petersburg. "Ich möchte niemanden ängstigen, aber Atomwaffen könnten dabei eine Rolle spielen", warnte Medwedew.

Quelle: Reuters/AFP/dapd/mim
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