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11.12.08

Late Night: "Hart aber Fair"

Machokultur der Türken als Integrationsbremse

Deutschland, es ist schlimm um Dich bestellt: Moderator Frank Plasberg diskutierte in seiner Sendung "Hart aber Fair" über das Scheitern der Integration. Nicht nur, dass die deutsche Sprache durch Anglizismen immer schwerer zu verstehen ist. Immer mehr Zuwanderer-Kinder scheitern an der Bildung.

© DDP
Frank Plasberg

Bildung beginnt nun einmal mit der Bildung eines Satzes. Wer sich in der Gesellschaft nachhaltig Gehör verschaffen will, sollte um die korrekte Verwendung von Wörtern Bescheid wissen. Doch die Sprache krankt in Deutschland. Ein Grund, warum die Basis der CDU auf ihrem letzten Parteitag in Stuttgart forderte, wenigstens im Grundgesetz klarzustellen: "Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch". Die Idee ward geboren und wollte diskutiert sein. Als Pate des Kindes bot sich Mittwochabend Frank Plasberg an. Seine Diskussionshelfer waren:

Ein erfolgreicher Deutscher mit Migrationshintergrund namens Cem Özdemir (Grünen-Chef). Ein zynischer Kabarettist, der in Köln unter dem Namen Fatih Cevikkollu ("Alles Atze") lebt. Eine integrationsgeplagte Lehrerin aus dem skandalträchtigen Berliner Stadtteil Neukölln: "Bei uns an der Schule sind 82 Prozent Ausländer" und Monika Hohlmeier – gescheiterte bayerische Kronprinzessin der CSU, Tochter des unvergessenen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, ehemalige Kultusministerin Bayerns. Als Mann für Zahlen, Fakten und Studien trat der graumelierte Professor Christian Pfeiffer (Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen) auf.

Alle waren sich von Anfang an einig, dass es schlimmer geworden ist mit der Integration. Lehrerin Quandt konnte zwar Frank Plasbergs Beispiel nicht bestätigen, dass Lehrer in Berlin Diktate an die Tafel schreiben, damit die Schüler abschreiben und nur so ein katastrophaler Notendurchschnitt verhindert werden könne –, aber auch sie konnte jedem schnell klarmachen: Seit den 70er-Jahren hat sich die Situation an den Schulen drastisch verschlimmert. Beherrschten Zuwanderer-Kinder früher wenigstens noch ihre Muttersprache, sei nicht einmal das heutzutage der Fall.

Die Sendung hatte zwei Mankos. Zum einen fand sich keine Lösung für das Problem, wie man Integration bewerkstelligen und jeder deutschen Schultüte einen Schlüssel zur Chefetage hinzufügen kann. Zum anderen wurden gerade türkischstämmige Einwanderer in all ihren Klischees nur allzu gerne bestätigt.

Die Situation an deutschen Schulen? Schlimm, ja. Und wer hat Schuld? Die Eltern. Ganz besonders schlimm: türkische Eltern – wegen des Machoverhaltens der Väter. "Die wollen ja gar nicht, dass sich ihre Kinder integrieren", sagte Quandt. Großes Nicken beim Kriminologen Pfeiffer: Seine Untersuchungen hätten ergeben, dass gerade bei türkischen Familien einiges im Argen läge.

Problem Nummer eins sei: türkische Familien haben zu wenig Zimmer. Problem zwei: Gibt es einen älteren Sohn, führe der sich wie ein Pascha auf und behindere die jüngeren Kinder beim Lernen, wobei wir wieder bei Problem eins wären: lernwillige Kinder können Rabauken nicht entkommen. Dazu die Gewalt in den türkischen Familien und ein Fernsehkonsum, der den der deutschen Kinder bei Weitem überschreitet. Ja, auch bei Italienern gäbe es Anpassungsprobleme und ein generell soziales Problem sei die Bildung auch. Aber bei türkischstämmigen Familien – schlimm.

Wenigstens konnte Cem Özdemir als Paradebeispiel gelungener Integration glänzen. Der Sohn eines türkischen Gastarbeiters aus dem Schwabenland hat alle Schulformen kennen gelernt, holte sein Abitur über den zweiten Bildungsweg nach, studierte Sozialpädagogik an einer evangelischen Fachhochschule und schrieb seine Diplomarbeit über das Thema: "Selbstfindungsprozesse der Nichtdeutschen der zweiten Generation in Deutschland". Heute ist er der erste türkischstämmige Vorsitzende einer deutschen Partei. Doch auch er wusste von türkischen Machovätern zu berichten.

Aber Özdemir brachte das Grundproblem auf den Punkt: "21 Prozent der Migranten verlassen unser Schulsystem ohne Abschluss. Was für ein Potenzial geht der Gesellschaft bloß verloren?"

Der anregendste Vorschlag des Abends kam jedoch von einem Zuschauer, der meinte, Führerscheine in Deutschland sollten nur nach bestandenem Hauptschulabschluss vergeben werden Zudem sollte die Theorieprüfung grundsätzlich in Deutsch stattfinden. Dann würde ein Ruck durch die Einwandererfamilien gehen. Womit er Recht haben mag – auch wenn die Autoindustrie dann wohl endgültig zum Erliegen käme.

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