Krisenherd Pakistan
Iranischer Diplomat in Pakistan entführt
Pakistan kommt nicht zur Ruhe. Im Nordwesten wurde jetzt ein iranischer Diplomat entführt: Haschmatullah Atharsadeh war auf dem Weg nach Peshawar. Sein pakistanischer Leibwächter wurde erschossen. Yousaf Raza Gilani, Premierminister Pakistans, kündigt an: Wir werden den Entführten finden.
Haschmatullah Atharsadeh sei auf dem Weg zum Konsulat in Peshawar nahe der Grenze zu Afghanistan unterwegs gewesen, als Unbekannte sein Auto angriffen, sagte ein örtlicher Polizeivertreter. Demnach schossen sie auf das Fahrzeug nur wenige Minuten nachdem der Diplomat sein Haus verlassen hatte und brachten es so zum Stehen. Anschließend sei der Iraner im Auto der Entführer verschleppt worden.
Der pakistanische Premierminister Yousaf Raza Gilani und Außenminister Shah Mahmood Qureshi verurteilten die Entführung des Diplomaten. Sie teilten mit, man werde "alle notwendigen Maßnahmen" ergreifen, um Attarzadeh so schnell wie möglich zu finden.
Am Mittwoch waren bereits ein US-Bürger und sein Fahrer in Peshawar erschossen worden. Der Amerikaner arbeitete für das Entwicklungsprogramm für die unruhigen Stammesgebiete an der afghanischen Grenze, das von der staatlichen amerikanischen Hilfsorganisation USAID betrieben wird. Peshawar grenzt an die halbautonomen Stammesgebiete, in denen die Taliban und das Terrornetz Al Qaida stark an Einfluss gewonnen haben.
Auch in der Provinzhauptstadt verüben Aufständische immer wieder Anschläge. Ende August war auf eine Diplomatin des US-Konsulats in Peshawar geschossen worden. Dank ihres gepanzerten Wagens blieb die Frau aber unverletzt. Am Dienstag hatte ein Selbstmordattentäter vor einem voll besetzten Sportstadion in Peshawar vier Menschen mit in den Tod gerissen.
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