Studie
Ostdeutsche stehen Krieg kritischer gegenüber
Freitag, 21. November 2008 11:07Auch 18 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung scheint es noch grundsätzliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen zu geben. Eine Studie der Universität Leipzig zeigt erhebliche Unterschiede in der Denkweise auf: Zum Beispiel scheinen die Menschen in den neuen Bundesländern friedliebender zu sein.
Professor. Elmar Brähler (Leipzig) und Dr. Christopher Cohrs (Belfast) ließen 2524 repräsentativ ausgewählte Personen befragen. Ihnen wurden in persönlichen Interviews Aussagen zu ethischen Aspekten von Krieg und Militär vorgelegt, zu denen sie sich zustimmend, ablehnend oder unentschieden äußern konnten.
69 Prozent der Ostdeutschen meinten, dass eine Welt ohne Kriege im Prinzip möglich sei. Im Westen stimmten dem 58 Prozent der Befragten zu. Die Aussage, dass Krieg aufgrund der Natur des Menschen unvermeidbar sei, wiesen 63 Prozent der Ostdeutschen zurück (Westen: 50 Prozent). Allerdings meinten immerhin 40 Prozent der Befragten in Ostdeutschland, der Staat müsse über militärische Stärke verfügen, um bei internationalen Konflikten glaubhaft verhandeln zu können. Im Westen schlossen sich nur 33 Prozent dieser Aussage an.
Eine Erklärung für die signifikanten Unterschiede zwischen Ost und West haben die Wissenschaftler noch nicht. Es sei noch zu erforschen, ob sich eine geringere Identifikation der Ostdeutschen mit der – in Westdeutschland verankerten – Bundeswehr andeute, hieß es.
Erschienen am 30.09.2008






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