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22.09.08

Massen-Entführung

Taliban verschleppen 140 afghanische Bauarbeiter

In Afghanistan sollen Taliban-Kämpfer mehr als 140 Bauarbeiter entführt haben. Ein Provinzgouverneur berichtet von einer Massen-Entführung der Zivilisten, die an dem Bau eines Militärstützpunktes beteiligt gewesen sein sollen. Mit Bussen habe man die Arbeiter weggeschafft. Mit den Entführern werde verhandelt.

IMehr als 140 afghanische Bauarbeiter sind vermutlich von radikalislamischen Taliban im Südwesten des Landes entführt worden. Die Afghanen seien in der Provinz Farah in drei Bussen unterwegs gewesen, als sie am Sonntag verschleppt wurden, sagte Armeeoberst Farook Naemi.


Insgesamt seien 156 Menschen in den Händen von Entführern. Die Entführten arbeiten für eine Firma, die im Auftrag der Armee Kasernen baut. Provinzgouverneur Roh-Ul Ameen bestätigte die Angaben. Die Männer seien auf dem Weg nach Herat gewesen. Die Regierung verhandele über Stammesälteste mit den Entführern.


Die Taliban entführen häufig Zivilisten in Afghanistan. So viele wie diesmal wurden allerdings noch nie auf einmal verschleppt. Im Sommer 2007 wurden 23 Mitglieder einer christlichen Gruppe aus Südkorea gekidnappt. Zwei wurden getötet, der Rest nach Verhandlungen mit den Taliban freigelassen.


Ebenfalls entführt wurde der afghanischer Botschafter in Pakistan, Abdul Khaleq Farahi. Wie die Polizei mitteilte, wurde das Fahrzeug Farahis in der Hauptstadt der Nordwest- Grenzprovinz von Bewaffneten angegriffen. Der Fahrer des Botschafters sei dabei getötet worden.


Ein Sprecher des afghanischen Konsulats in Peshawar bestätigte die Entführung. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

Quelle: Reuters/dpa/lk
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