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05.08.08

Soldatendenkmal

Ärger um Eisernes Kreuz in Polen

Das Aufstellen eines Eisernen Kreuzes an einem Soldatendenkmal in der Nähe des polnischen Schlachtfeldes Urbanowice sorgt für Ärger. Das Kreuz wurde ohne behördliche Genehmigung von der deutschen Minderheit in Schlesien installiert. Daraufhin ließ der Verwaltungschef des Ortes das Kreuz absägen.

pa/akg

Das Eiserne Kreuz: ein Verdienstorden, verliehen an Soldaten für herausragende Tapferkeit. Es hatte über die Jahre verschiedene Formen, hier ist die Form von 1939 bis 1945 zu sehen.

15 Bilder

Ein von der deutschen Minderheit in Schlesien aufgestelltes Soldatendenkmal hat wegen eines Eisernen Kreuzes die polnische Polizei auf den Plan gerufen. Die Beamten prüften den Verdacht auf Nazi-Propaganda, sagte ein Polizeisprecher in Kedzierzyn-Kozle. Darauf stehe eine Gefängnisstrafe bis zu zwei Jahren. Der Gedenkstein für die im Zweiten Weltkrieg umgekommenen Soldaten in Urbanowice war nach polnischen Medienberichten im Sommer ohne Genehmigung aufgestellt worden. Nachdem der Verwaltungschef der Woiwodschaft Opole (Oppeln), Ryszard Wilczynski, Bedenken geäußert hatte, wurde das aus Metall angefertigte militärische Symbol abgesägt.


"Polen verbinden das Eiserne Kreuz eindeutig mit dem Faschismus", sagte der Lokalpolitiker Jerzy Czerwinski der Zeitung "Polska". Ein Sprecher der deutschen Minderheit in Oppeln, Rafal Bartek, meinte dagegen, es gebe keine Beweise, dass das Eiserne Kreuz als NS-Symbol gelte. In einigen anderen schlesischen Ortschaften gibt es derzeit ebenfalls Streit um die Würdigung deutscher Soldaten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg.


Anfang der 90er-Jahre war es in Schlesien zu heftigen Spannungen zwischen der deutschen Minderheit und der polnischen Mehrheit gekommen. Hintergrund war die spontane Errichtung oder Renovierung von Soldatendenkmälern aus beiden Weltkriegen. Die polnischen Behörden lehnen Eiserne Kreuze an Monumenten für Soldaten aus dem Dritten Reich ab. Sie sollten als Opfer, nicht als "gefallene Helden" geehrt werden.

Die Berichterstattung in Polen: hier und hier

Quelle: dpa/lk
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