Strasse
Mehr als 20 Verkehrsschilder werden abgeschafft
Die Warnung vor Flugzeugen – weg. Die Warnung vor Steinschlag – weg. Der Hinweis auf eine bewegliche Brücke – auch weg. All diese Verkehrsschilder und 19 weitere will das Verkehrsministerium abschaffen. Aber es sollen auch neue Schilder eingeführt werden.
Von Christina Neuhaus
In Deutschland gibt es eine Menge Verkehrszeichen. Zum Beispiel steht vor Tunnels ein Schild, dass anzeigt: Hier kommt ein Tunnel. Es gibt Schilder, die warnen vor Kindern, vor Tieren, vor Steinschlag, vor Flugzeugen, vor Fußgängern, vor Baustellen. Es gibt auch Schilder für Mindest-, Richt- und Höchstgeschwindigkeiten, für touristische Sehenswürdigkeiten und für Autobahnausfahrten. In der Straßenverkehrsordnung sind Hunderte Verkehrszeichen ausgelistet.
Das sind eine Menge Schilder, und das Verkehrsministerium findet jetzt: Es sind zu viele. 22 Hinweise sollen zum 1. Januar 2009 abgeschafft werden. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, die Morgenpost Online vorliegt.
Verschwinden soll unter anderem das Zeichen, das Autofahrer auf mögliche Eisglätte hinweist. In schönem Beamtendeutsch heißt es dazu im Papier des Ministeriums: "Bei entsprechender Witterung (Schneefall, niedrige Temperatur) ist grundsätzlich mit Schnee- und Eisglätte auf der Fahrbahn zu rechnen".
Mindestens ebenso einleuchtend ist die Begründung für den Wegfall des Zeichens, dass auf Flugbetrieb nahe der Straße hinweist: "Zwischen Verkehrsteilnehmer und Flugzeug besteht kein direktes Konfliktpotenzial." Wer wollte da widersprechen?
Ebenfalls auf der Streichliste steht das Schild "Steinschlag". Darauf ist ein Abhang zu sehen, von dem Steine herabpurzeln. Dieses Schild sei irreführend, findet das Verkehrsministerium. Schließlich müssten Autofahrer auf Straßen mit Steilhängen "stets mit Steinen auf der Fahrbahn rechnen". Das Zeichen vermittle "den falschen Eindruck, als ob mit Steinen von oben" zu rechnen ist".
Abgeschafft werden sollen außerdem Schilder, die auf ein Ufer, eine bewegliche Brücke oder einen beschrankten Bahnübergang aufmerksam machen, vor Schotter und Split warnen oder, auf Autobahnhotel, -gasthof oder -kiosk hinweisen. Auch die Beschilderung für die vorgeschriebene Mindestgeschwindigkeit bzw. deren Wegfall sollen verschwinden - für diese gibt es laut Ministerium "eine äußerst geringe Nachfrage".
Allerdings hat sich das Ressort von Wolfgang Tiefensee (SPD) auch einige neue Schilder ausgedacht, die künftig an deutschen Straßen stehen sollen. So soll etwa ein Zeichen entworfen werden, das auf "Gespannfuhrwerke", also beispielsweise Kutschen und Droschken, zeigt. Es soll z.B. angebracht werden, wenn für solche Fuhrwerke eine Ausnahme von einem Durchfahrverbot besteht. Auch für das "Ende der fortgesetzten Umleitung" gibt es bisher kein Schild - ein Fehler, wie das Ministerium findet.
Alle aktuell einsetzbaren Verkehrszeichen können Sie auf der Internetseite des Ministeriums in der Straßenverkehrsordnung anschauen .
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