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08.07.08

G-8-Gipfel

USA ziehen erstmals beim Klimaschutz mit

Beim G-8-Gipfel in Japan hat es zumindest einen kleinen Durchbruch gegeben: Dem Ziel, bis 2050 die Treibhausgas-Emissionen zu halbieren, wollen sich auch die USA anschließen. Sie hatten in der Vergangenheit diverse Klimabeschlüsse blockiert. Jetzt spricht die Bush-Regierung von einem großen Erfolg.

© dpa
Dem Ziel, bis 2050 die Treibhausgas-Emissionen zu halbieren, wollen sich offenbar auch die USA anschließen.

Erstmals haben sich die führenden Wirtschaftsmächte der Welt darauf verständigt, die weltweiten Treibhausgase bis zum Jahr 2050 um mindestens 50 Prozent zu reduzieren. Bei ihrem Treffen im japanischen Toyako legten sich die G-8-Staats- und Regierungschefs darauf fest, dieses Ziel im UN-Rahmen nicht nur in Erwägung zu ziehen, sondern auch tatsächlich umzusetzen.


Dieses als "Vision" bezeichnete Ziel solle im UN-Rahmen "geprüft und angenommen" werden, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der G 8, die von der japanischen Präsidentschaft veröffentlicht wurde. Damit gingen die G 8 über die Vereinbarung von Heiligendamm im vergangenen Jahr hinaus. Damals war gegen langen Widerstand der USA beschlossen worden, das 50-Prozent-Ziel nur ernsthaft zu prüfen.


Die diesjährige Schlusserklärung bewertet die US-Regierung als hervorragendes Ergebnis. Mit dem erklärten Ziel, bis 2050 den Ausstoss der Treibhausgase um 50 Prozent senken zu wollen, hätten sich die G-8-Staaten auf eine gemeinsame langfristige Vision festgelegt, sagte der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Dan Price, in Toyako. "Es gab eine ausgezeichnete Diskussion und eine ausgezeichnetes Ergebnis."


Wie von US-Präsident George W. Bush vorgeschlagen, werde es nun darum gehen, mit allen großen Industriestaaten - also auch mit China und Indien - eine für alle verbindliche Strategie für mittelfristige Ziele im Kampf gegen die Klimaerwärmung zu finden, so Price. Das werde am Mittwoch, dem letzten Tag des G-8-Gipfeltreffens, bei den anstehenden Gesprächen der Führer der dann 17 Industrieländer der Welt möglich sein. Die G-8-Erklärung betone auch die überragende Bedeutung der Entwicklung neuer Technologien für saubere und umweltfreundliche Energieträger, sagte Price.

Die USA hatten Klimaziele im Rahmen der G 8 über Jahre blockiert, weil sie der Ansicht sind, dass auch Schwellenländer wie China oder Indien eingebunden werden müssten. Außerdem verweigerten die USA bisher die Unterstützung für das Kyoto-Protokoll über verpflichtende Klimaziele bis 2012. Über ein Nachfolgeabkommen im UN-Rahmen wird derzeit verhandelt.


In Toyako kamen die Staats- und Regierungschef auch überein, sich mittelfristig auf eine Reduzierung der Treibhausgase zu verpflichten. Allerdings blieb offen, ob 2020 oder 2030 als mittelfristig anzusehen sei. Auch wurden keine klaren Zahlen pro Land genannt. Doch vereinbarten die G 8, dass sie weltweit beim Klimaschutz eine "Führungsrolle" übernehmen wollen und dass sie dabei einen größeren Beitrag leisten müssten als die Schwellenländer. Daher solle jedes G-8-Land ehrgeizige eigene Ziele setzen und mittelfristig den Ausstoß an Treibhausgasen "absolut" reduzieren. Ein Basisjahr dafür wurde allerdings nicht genannt.


Neben dem Klimawollen sich die G 8 auch um den Ölpreis kümmern. Die acht wichtigsten Industriestaaten einigten sich nach Angaben aus der japanischen Delegation auf verstärkte Maßnahmen gegen den Anstieg der Ölpreise. Sie forderten die Erdöl produzierenden Länder auf, ihre Produktionskapazitäten "kurzfristig" zu steigern.


Am zweiten Tag ihrer dreitägigen Beratungen drückten die G 8 nach Beratungen über die Lage der Weltwirtschaft zudem ihre ernste Sorge über die Rekordhochs bei den Öl-, Rohstoff- und Nahrungsmittelpreisen aus. Sie stellten eine ernste Gefahr für das globale Wirtschaftswachstum dar. Die G 8 sind sich einig, dass verstärkt in die Ölproduktion investiert werden müsse. Auch müsse der Dialog zwischen Förder- und Verbraucherländer verstärkt werden.


Es soll eine Reihe weiterer Erklärungen unter anderem zur Weltwirtschaft, der Hilfe für Afrika, zur Nahrungsmittelsicherheit und der politischen Krise in Simbabwe geben.

Quelle: AP/dpa/Reuters/cn
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